Großprojekt zu Grabe getragen

Baugebietes „Isarleitenweg“: Stadtrat verlängert Veränderungssperre um ein Jahr

Baugebietes Isarleitenweg in Bad Tölz
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Ein Problem des Baugebietes „Isarleitenweg“ ist die Zufahrt von der Bundesstraße 472. Das Bauamt Weilheim ist mit den Vorstellungen der Stadt nicht einverstanden, da es in den nächsten zehn Jahren eine deutliche Zunahme des Verkehrs erwartet.

Bad Tölz - Auf dem städtischen Gelände zwischen Arzbacher Straße und Isarleitenweg war vor einigen Jahren ein Hotelprojekt der Stadt vorgesehen. Daraus wird auch weiterhin nichts werden.

Das Großprojekt sollte damals durch den Neubau von Wohnhäusern gegenfinanziert werden. Das Vorhaben ist nach Widerständen aus Kreisen der Anlieger inzwischen „beerdigt“, wie, Bauamtsleiter Christian Fürstberger in der jüngsten Bauauschuss-Sitzung des Stadtrates sagte.

Vor drei Jahren hatte der Tölzer Stadtrat beschlossen, den Bebauungsplan „Isarleitenweg“ aufzustellen, der etliche Wohneinheiten und ansonsten den Erhalt von Grünflächen vorsieht. Dafür erließ er eine Veränderungssperre, die nun auslief. In der jüngsten Sitzung verlängerten die Mitglieder des Bauausschusses diese Sperre nochmals um ein Jahr. Der Grund: Mit der Erschließung des kleinen Wohngebiets gibt es Probleme.

Das liegt am Staatliche Bauamt Weilheim, das der bislang angedachten Zufahrtsstraße die Billigung verweigert. Das Areal liegt nahe der Bundesstraße 472 und kann nur von dieser her erschlossen werden. Allerdings befindet sich dort die Abzweigung von der B 472, der nach links ins Kurviertel, nach rechts hinab zur Isar und ins Stadtzentrum führt, in der Gegenrichtung links nach Miesbach und rechts nach Bad Heilbrunn. Eine neue Zufahrtsstraße mit der entsprechenden Abbiegespur würde an dem Knotenpunkt einen Rückstau bis in die B 472 verursachen, befürchtet das Staatliche Bauamt.

Die Stadt sei „dabei, verschiedene Varianten zu prüfen“, sagte dazu Christian Fürstberger. Darunter auch einen Kreisverkehr an der neuralgischen Stelle. „Das ist eine komplizierte Verkehrsführung, die wir mit dem Staatlichen Bauamt abstimmen müssen.“ Das befürchtet sogar, dass bis in zehn Jahren der Verkehr auf der Bundesstraße so stark zunimmt, dass die jetzige Einfahrt „Tölz Mitte“ total überlastet ist. Deshalb will man dort neu planen.

Ein Problem ist auch die kleine Straße oberhalb des Zentralparkhauses, die bislang für die dort stehenden Häuser als Zufahrt dient. Sie eigne sich mit ihrer Breite von 2,50 Metern nicht für eine (weitere) Erschließung, betonte Fürstberger. Für eine reguläre Zufahrt benötige man eine Breite von 5,50 Metern, man werde deshalb mit den Grundeigentümern in diesem Bereich noch reden müssen. Außerdem muss noch das Maß der baulichen Nutzung, also die Dichte der Bebauung, festgesetzt und der idyllische Gabriel-von-Seidl-Weg mit seinem alten Baumbestand dauerhaft gesichert werden.

Der empfehlende Beschluss der Ausschusses stand am Dienstag auch auf der Tagesordnung des gesamten Stadtrates. Dabei gab es keine Diskussionen mehr, das Gremium bestätigte die Verlängerung der Veränderungssperre um ein weiteres Jahr. bo

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