Park und Garten in neuem Glanz

Diese zwei Bauprojekte in Tölz verzögern sich wegen Corona

Der Bürgergarten in Bad Tölz: Hinten ist die sanierte Mauer zu sehen. Geplant sind auch eine neue Wegführung und eine Aussichtsplattform.
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Der Bürgergarten in Bad Tölz: Hinten ist die sanierte Mauer zu sehen. Geplant sind auch eine neue Wegführung und eine Aussichtsplattform.

Bad Tölz – Bürger- und Kneippgarten sollen in neuem Glanz erstrahlen. So ist der Status quo der beiden städtischen Bauprojekte in Bad Tölz.

Bagger buddeln zurzeit fleißig in der Isar-Kurstadt: Am Taubenloch entstehen gerade Steinsitzstufen und der dortige Spielplatz wird vergrößert. Aber auch im Tölzer Bürger- und Kneippgarten geht es mit den städtischen Baumaßnahmen voran. Rathaussprecherin Birte Otterbach und Stadtbaumeister Florian Ernst berichteten über den Baustand, der sich aufgrund von Corona teilweise verschoben hat.

Der kleine Bürgergarten hinter dem Tölzer Rathaus wird derzeit aufgehübscht: Dort wird ein Rundweg mit Bänken sowie eine Aussichtsplattform mit Blick in die hiesige Bergkulisse angelegt. Die bestehende Wegführung bleibt dabei erhalten, wird aber neu gepflastert. Auch alle Bäume bleiben da, wo sie sind. „Sie sind noch gut in Schuss“, betont Rathaussprecherin Birte Otterbach. Dennoch sollen dort weitere Bäume sowie eine Hecke gepflanzt werden – letztere grenzt den Park zum Rathaus-Parkplatz (Am Schloßplatz) ab. Erschlossen wird der kleine Park für Bürger und auch Gäste durch eine neue Treppe zum Georg-Pacher-Weg. Sie wird laut Stadtbaumeister Florian Ernst freundlich begehbar sein. Heißt: Auch betagte Personen sollen die Stufen ohne größere Beschwerden meistern können.

Meistern musste die Stadt insbesondere den Neubau der Mauer im Bürgergarten. Bei den Bauarbeiten stellte sich nämlich heraus, das große Stücke davon mehr marode sind als gedacht. Nun ist sie komplett Richtung Gries ertüchtigt und gefestigt worden, erklärt Ernst. Rund einen Monat warf diese Sanierung jedoch die städtische Bauplanung zurück. Jetzt ist die Fertigstellung des Bürgergartens für Oktober angepeilt. Die Kosten liegen bei 580.000 Euro, die bis zu 50 Prozent von der Regierung von Oberbayern gefördert werde.

Verzögerung auch beim Tölzer Kneippgarten im Gabriel-von-Seidl-Kurpark: Bereits vor den Sommerferien hätte dieser eigentlich fertiggestellt sein sollen – doch Corona habe dies verhindert, so Otterbach: „Es gab Lieferschwierigkeiten mit dem Steinlieferanten und ein Subunternehmer ist abgesprungen, der dann erst durch einen neuen ersetzt werden musste.“ Mittlerweile ist aber das an der Ludwigspromenande gegenüber dem Vitalzentrum gelegene, 11 mal 5,5 Meter große Kneippbecken ausgehoben worden.

Kneippgarten: Neben dem Tölzer Vitalzentrum entsteht das Becken mit einer Einfassung aus Granit.

Zudem ist die Bodenplatte im 50 Zentimeter tiefen Becken bereits ausgegossen und wird derzeit von einer Baufirma mit Granit verkleidet. Das Besondere daran: Diese Steine ermöglichen es Leuten, die nicht gut sehen können, festen Tritts durchs knietiefe Wasser waten zu können. Sicherheit geben dabei nämlich die farblich markierten Granitplatten sowie ein in der Mitte des Beckens installierter Handlauf. Damit nicht nur die Füße gekühlt werden können, wird es laut Otterbach zusätzlich drei Becken für die Arme geben. Diese Arm-Kneippbecken eignen sich besonders gut für Rollstuhlfahrer oder einfach nur zur schnellen Abkühlung in der Mittagspause, ergänzt sie schmunzelnd.

Die Nähe zum Vitalzentrum kommt nicht von ungefähr und hat zweierlei Gründe, erklärt Otterbach weiter: „Dort werden nämlich medizinische Kurse zum Thema Kneippen angeboten.“ Außerdem können die dortigen Hausmeister dann die Anlage gleich pflegen und warten. Das Wasser fürs Kneippbecken stammt aus keiner Quelle, sondern kommt aus der Leitung. Um Kosten zu sparen, bleibt es in einem Kreislauf. „Es wird ins Becken zugeleitet und fließt durch eine Filteranlage dorthin wieder zurück“, erklärt Otterbach.

Der Verein Freundeskreis des Badeteils ist bekanntermaßen gegen die Kneippanlage. Sie rufen auf ihrer Homepage zur Unterschriftenaktion gegen die Einrichtung sowie das Abholzen der dortigen Bäume auf. Otterbach dazu: „Nein, wir haben keinen einzigen Baum gefällt, sie sind alle geschützt.“ Auf dem rund 300 Quadratmeter großen Areal wird es zudem Ruhebänke und Fahrradstellplätze geben. Die Kosten belaufen sich auf 232.000 Euro abzüglich der Tourismusförderung. dwe

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