Gelebte Inklusion

Diakoniepreis für das erfolgreiche „Café Miteinand“ in Bad Tölz

1.000 Euro für das Team vom Café Miteinand
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Scheckübergabe: 1.000 Euro gehen an das Team vom Café Miteinand (vorne v.l.) Initiatorin Sabine Richter, Schüler Jasmin (17), Benedikt (18) und Robert (18), Diakonie Vorstandsmitglied Sabine Lindau; (Mitte v.l.) Stefan Helm (Diakonie Oberland), Initiatorin Tanja Rudolph, Dekan Martin Steinbach, Bürgermeister Ingo Mehner; (hinten v.l.) Vize-Bürgermeister Michael Lindmair und Pfarrer Johannes Schultheiß.

Bad Tölz – Nach kaum einem Jahr Betrieb gewinnt das Tölzer Café Miteinand den dritten Platz des Diakoniepreises. Das Café wurde nämlich als vorbildliche Inklusionsprojekt ausgezeichnet.

Der Stolz ist den beiden Initiatorinnen Tanja Rudolph und Sabine Richter anzusehen. Sie strahlen übers ganze Gesicht. „Der Preis ist eine tolle Bestätigung,“ sagte die aus Ellbach stammende Sabine Richter. „Das Café lebt von jungen Erwachsenen mit Handicap, die hier arbeiten aber auch von Gästen, die sich hier wohlfühlen. Ohne sie alle könnte die Inklusion nicht gelebt werden,“ betont sie.

1.000 Euro Preisgeld

Der dritte Platz ist mit 1.000 Euro dotiert, die das Café dringend benötigt. „Corona hat ein großes Loch in die Tasche gerissen, da die Auflagen so hoch sind. Das können wir gar nicht herein wirtschaften,“ ergänzt die Sachsenkamerin Rudolph.

Beide Initiatorinnen hatten das Café in den Räumen der evangelischen Kirchgemeinde vor einem Jahr gegründet, da sie aufgrund eigener Kinder mit Handicap die Hürden von echter Teilhabe an der Gesellschaft kennen.

Unterstützt werden sie von 13 weiteren ehrenamtlichen Helfern. Bewirtet werden die Gäste von aktuell insgesamt acht Berufsschülern mit geistiger Beeinträchtigung. Aktuell ist das Café nur an einem Tag geöffnet – bringt aber nicht weniger organisatorischen Aufwand mit sich. „Ein Blick in die glücklichen Gesichter der Schüler zeigt aber sofort, wofür wir das tun,“ begründet Richter ihr Engagement.

Prominenz im Café

Tölz Bürgermeister Ingo Mehner erschien mit Stellvertreter Michael Lindmair, da beiden die Auszeichnung des Cafés eine Herzensangelegenheit sei. Die Ehrung „ist ein Gewinn für alle,“ betont Mehner. Überreicht wurde der symbolische Scheck von Sabine Lindau, Vorstandsmitglied bei der Diakonie Bayern. „In Zeiten des Abstands hat das Projekt Inklusion den Nerv der Zeit getroffen,“ begann Lindau ihre Ansprache. „Ohne die Ehrenamtlichen wäre unsere Gesellschaft nicht da, wo sie jetzt ist.“ Lindau freute sich, dass sich das Café aus insgesamt 24 Einsendungen den dritten Platz sicher konnte. „Alles was ich hier sehe ist beeindruckend. Das Café hätte keinen besseren Namen bekommen könnte,“ sagte sie mit Blick auf das echte miteinander. fra

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