Mehr als eine Wahlheimat

Isarstadt feiert Weltliteraten Thomas Mann in Tölz erstmals mit Festival

Thomas Mann Weg in Bad Tölz
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Thomas Mann liebte die Berge und Flüsse, daher lebte der Literat zeitweise auch in Bad Tölz. Um auf seinen Spuren zu wandeln, hat die Stadt den Thomas-Mann-Weg ins Leben gerufen.

Bad Tölz – Erstmals feiert die Isarkurstadt im Herbst ein „Thomas-Mann-Festival“, das fortan alle zwei Jahre Literaturkenner in Bad Tölz locken soll. In diesem Jahr steht die Meisternovelle „Der Tod in Venedig“ im Zentrum der Vorträge.

„Wir waren den Sommer in Tölz, dessen Luft uns so wohlthat, daß wir uns dort angekauft haben und uns ein Häuschen mit Blick auf den Ort, die Isar und das Gebirge bauen lassen“, sagte einst Weltliterat Thomas Mann. Die enge Verbundenheit Manns mit seiner Wahlheimat – zwischen 1909 und 1917 verbrachte die Familie Mann Sommer und auch Winter in Bad Tölz – blitzt im späteren Werk des Nobelpreisträgers immer wieder auf.

So gedenkt etwa die Figur Gustav von Aschenbach „seines Landsitzes in den Bergen, der Stätte seines sommerlichen Ringens“, doch sind es wohl Thomas Manns eigene Erinnerungen an sein „Herrensitzchen“. Jener Stätte, an der er selbst von 1911 bis 1913 um die Fertigstellung jener Novelle gerungen hatte.

Programmauszug

Eröffnung ist am Sonntag, 18. Oktober, um 19 Uhr im Tölzer Kurhaus: „Thomas Mann und das Kunstlied“ ein Vortrag mit Prof. Dr. Ruprecht Wimmer und Ouvertüre mit Julian Prégardien und Rudi Spring. Samstag, 24. Oktober (19 Uhr): Lesung Novelle „Der Tod in Venedig“ mit Musik von Thomas Loibl und Perry Schack im kleinen Kursaal. Am Dienstag, 27. Oktober startet eine Exkursion nach München mit literarischer Stadtführung mit Dr. Dirk Heißerer. Im Tölzer Capitol-Kino wird am Mittwoch, 28. Oktober, ab 20 Uhr die Literaturverfilmung von Luchino Visconti „Der Tod in Venedig“ gezeigt. Karten und Infos bei der Tourist-Information unter Tel: 08041/78 67-15.

Das nun von der Lübecker Thomas-Mann-Gesellschaft unterstützte Festival, das ursprünglich im Mai stattfinden sollte und coronabedingt verschoben werden musste, lädt nun namhafte Literaten, Künstler und Wissenschaftler ein. Darunter etwa der Lyriker Albert Ostermaier, Tenor Julian Prégardien oder Schauspieler Thomas Loibl, um an Thomas Mann und seiner Familie zu gedenken. dwe

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