„Überregional geschätztes Juwel“

Jugendherberge leidet unter den Corona-Beschränkungen

Herbergsvater in Bad Tölz: Holger Strobel
+
Herbergsvater in Bad Tölz: Holger Strobel.

Bad Tölz – Die Sport- und Jugendherberge in Bad Tölz ist wirtschaftlich massiv von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen.

Mit dem gesetzlichen Verbot zu touristischen Übernachtungen muss das Haus auf der Flinthöhe erneut schließen. Das „Corona-Programm Soziales“ und eine Pachtaussetzung vonseiten der Stadt verhindern Schlimmeres.

Hinter dem Landesverband Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk liegen stürmische Monate. Die laut Herbergsleiter Holger Strobel auch die Tölzer Sport- und Jugendherberge als unmittelbare Folge der Corona-Krise an den Rand der Insolvenz und damit ihres Fortbestehens geführt haben. Dank der Mittel aus dem Rettungsschirm „Corona-Programm Soziales“ konnte eine vollständige und unwiederbringliche Auflösung des Jugendherbergswerks Bayern verhindert werden.

„Wir haben durchaus Verständnis für den beschlossenen Lockdown und leisten unseren Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie“, sagt Strobel. „Als gemeinnütziger Beherbergungsbetrieb trifft uns das Verbot von touristisch veranlassten Reisen und Übernachtungen wieder extrem hart: Mit wirtschaftlichen Einbußen und Kurzarbeit für unser gesamtes Mitarbeiterteam.“

Leicht sei die Situation keinesfalls, meint Strobel weiter, aber auch nicht hoffnungslos. „Wir sind der Bayerischen Staatsregierung und der Stadt Bad Tölz sehr dankbar.“ Zum einen konnte die Sport- und Jugendherberge auf die finanzielle staatliche Hilfe zugreifen. Zum anderen wurden vertraglich geregelte Pachtzahlungen an die Entwicklungsgesellschaft der Stadt Bad Tölz ausgesetzt.

„Das Haus ist ein überregional geschätztes Juwel“,lobt Tölz Erster Bürgermeister Ingo Mehner die Arbeit der Jugendherberge. So würden sich Schüler und junge Erwachsene aufgrund der Gastfreundschaft in Bad Tölz sehr wohl fühlen. „Die hohen Buchungszahlen belegen dies“, so Mehner weiter. „Mit Verzicht auf die Pachteinnahmen signalisieren wir, wie sehr uns am Fortbestand der Tölzer Jugendherberge gelegen ist, bis hoffentlich in naher Zukunft Gruppen und Schulklassen wieder anreisen können.“

Während der Sommermonate gab es auch „Teilerfolge“, so Strobel. So konnte der Anteil von Familien mit Kindern unter den Gästen deutlich erweitert werden. Auch Radfahrer besuchten diesen Sommer verstärkt die Jugendherberge. „Unser Motto ‚Gemeinschaft erleben‘ wurde in den letzten Monaten neu belebt. Diese Gemeinschaft konnten wir unter Einhaltung der notwendigen Hygieneregeln gut umsetzen und damit Kindern, Jugendlichen ein Stück Normalität zurückgeben.“ dwe

Auch interessant

Kommentare