Kaufkraft am Ort halten

„Gastro-Guide“ und Wertkarte sollen helfen

Der verkaufsoffene Sonntag lockt viele Einkäufer.
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Der verkaufsoffene Sonntag lockt viele Einkäufer.

Bad Tölz – Der Tölzer Gastro-Winter findet heuer vorwiegend auf der Straße statt. Zumindest soll den Wirten der Innenstadt die Möglichkeit geboten werden, ihre Freischankflächen ohne zusätzliche Kosten zu nutzen. Erstmals sind auch Heizstrahler erlaubt.

Heuer sind ausnahmsweise Heizquellen erlaubt. Allerdings dürfen die nicht mit Gas betrieben werden, sondern nach Rücksprache mit der Feuerwehr nur elektrisch. Dies gab Wirtschaftsförderin Sandra Kern in der jüngsten Sitzung des Kur-, Tourismus und Wirtschaftsausschusses bekannt. Die Stadt will damit die seit dem Beginn der Corona-Krise besonders gebeutelten Wirte unterstützen. Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) erklärte, dass die „erweiterten Freischankflächen“ offiziell bis zum 31. Dezember befristet seien, diese aber auf Nachfrage den ganzen Winter über verlängert werden könnte.

Zur Unterstützung der Tölzer Geschäfte wird es laut Kern ab Anfang Dezember einen „Shopping- und Gastro-Guide“ geben. Also ein Faltplan in Postkartengröße, der den Bereich des Einzelhandelskonzeptes abdecken und in einer Auflage von 1.000 Stück gedruckt werden soll. Er wird in den Betrieben, den Tourist-Informationen sowie an den innenstadtnahen Parkplätzen kostenlos erhältlich sein. „Damit soll auch der Kampf gegen das Online-Shopping unterstützt werden“, so die Wirtschaftsförderin.

Kerns weitere Ausführungen galten dem verkaufsoffenen Sonntag am 11. Oktober, „der sich auch ohne großen Markt als ein Kundenmagnet erwies“. Bekanntlich stand dieser Sonntag im Zusammenhang mit dem verkleinerten Herbstmarkt, der heuer mit drei Ständen am eingezäunten Nockherplatz und weiteren Ständen am ebenfalls mit Gittern versehenen Jungmayrplatz abgehalten wurde. Florian Lippert vom Kaufhaus Rid an der oberen Marktstraße stellte fest: „Wir hatten an dem Tag den bisher besten Umsatz eines Tölzer Herbstmarkt erzielt.“ Übrigens: Der nächste verkaufsoffene Sonntag ist der 29. November.

Tölzer Wertkarte für Jung und Alt

Kern berichtete abschließend über die Tölzer Wertkarte, also den seit sechs Jahren aufgelegten „Tölzer“, den es künftig im Wert von zehn und 20 Euro geben wird. Er soll, grafisch neu und ansprechend gestaltet, dafür sorgen, dass Kaufkraft am Ort gehalten wird. Viele Betriebe nutzen ihn als steuerfreies Geschenk für ihre Mitarbeiter, aber auch „die Oma, die ein schnelles Geschenk für den Enkel sucht“, kann ihn bei verschiedenen Verkaufsstellen erwerben. Eingelöst werden kann er in 108 Tölzer Geschäften: von der Apotheke bis zu Schreibwaren Zauner. Bislang wurden laut Kern 25.500 „Tölzer“ ausgegeben, damit blieben seit dem Jahr 2016 insgesamt 255.000 Euro in Tölz, da der „Tölzer“ nur in der Kreisstadt eingelöst werden kann.

Willi Streicher (SPD) regte einen digitalen „Tölzer“ an, der Einkaufen für junge Leute attraktiver mache, während Ulrike Bomhard (FWG) meinte, man solle für die in verschiedenen Farben und mit verschiedenen Sprüchen versehene Wertkarte auch bei den Senioren Werbung machen, die nicht im Internet zuhause seien. Abschließend appellierte Mehner, „den Tölzer zu puschen und vor Ort zu investieren.“ Die Stadt plant zudem einen „Ehren-Tölzer“, der dann bei Geburtstagen ausgegeben werden könne. Karl Bock

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