Jerusalem Streicher

Auftakt für die junge Konzertreihe „Quartettissimo!“ auf Januar 2021 verschoben

Holen Spitzenensembles nach Bad Tölz: (v.l.) Susanne Frey-Allgaier  Susanne und Christoph Kessler.
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Holen Spitzenensembles nach Bad Tölz: (v.l.) Susanne Frey-Allgaier Susanne und Christoph Kessler.

Icking/Bad Tölz – Es ist ungeheuer schwer, in Zeiten von Corona Konzerte zu planen.

Dabei geht es nicht nur darum, Hygienekonzepte zu entwerfen und Stühle in weitem Abstand zu platzieren – nein, oft scheitert es schon daran, dass die internationalen und lange gebuchten Musiker wegen den strengen Quarantänebedingungen nicht mehr einreisen können.

Diese Erfahrung machten auch Christoph und Susanne Kessler, die bis zur letzten Minute um ihre Konzertsaison bangen mussten. Erst vor zwei Jahren gründete das Ickinger Ehepaar mit Unterstützung der Stadt Bad Tölz die feine Konzertreihe „Quartettissimo!“ mit Spitzenquartetten aus aller Welt.

Nach Absagen aus Korea und Amerika, dann das kleine Wunder: das berühmte Jerusalem-Quartett, das als eines der fünf besten Streichquartette überhaupt gilt, sagte zu. „Sie wären nach neun Monaten zum ersten Mal wieder live aufgetreten“, erzählt Susanne Kessler über das Konzert, dass nun Corona-bedingt von November auf den 23. Januar verschoben wurde.

„Das wird ein Superkonzert“, ist sich Christoph Kessler sicher. „Wenn die Schostakowitsch und Schubert spielen, dann fegt‘s einem aus dem Saal.“ Sogar der Bayerische Rundfunk wird kommen, um das Konzert mitzuschneiden und auf Bayern Klassik zu senden – ebenso wie beim Auftritt des französischen Ensembles „Quatuor Modigliani“ am 26. Februar. Das zweite Konzert der Saison wird vom italienischen Quartetto die Cremona am 17. Januar bestritten. Mit dem Armida-Quartett, einem früheren ARD-Wettbewerbssieger, kommt außerdem ein toller Ersatz für ein coronabedingt ausgefallenes Konzert im März (6. Dezember, 18 und 20 Uhr).

Die musikbegeisterten Kesslers machen sich außerdem große Hoffnung, in der darauffolgenden Saison mit dem Berliner Artemis-Quartett ein weiteres Ensemble der Top Five in den Konzertsaal im Kurhaus holen zu können. Auf den lassen sie nichts kommen: „Die Akustik ist einfach super“, so Susanne Kessler. „Besser als im Hercules-Saal in München, wo der Klang in Reihe 28 schon verflogen ist.“ Für sie geht nichts über diese Art von klassischer Musik. „Streichinstrumente sind am ausdrucksstärksten von allen, und Streichquartette sind die Krönung der Musik.“

Bei den Konzerten sind wegen Corona nur 180 Zuhörer zugelassen – Abonnenten haben Vorrang gegenüber Einzeltickets. Karten (keine Abendkasse) gibt es über Münchenticket und die Tölzer Tourist-Info. Dass die beliebten Einführungsvorträge zurzeit nicht mehr stattfinden können, bedauern die Veranstalter sehr. Zum Trost gibt‘s aber ein besonders ausführliches Programmheft kostenlos. Mit dem Erfolg der erst in die dritte Saison startende Konzertreihe sind die Kesslers und die stellvertretende Kurdirektorin Susanna Frey-Allgaier sehr zufrieden. Vor Corona hätten sie über 300 Karten für ein Konzert verkauft. Das Konzept sei aufgegangen, dem klassikbegeisterten Publikum gefeierte Musiker vor Ort bieten zu können. Jetzt gehe es darum, durchzuhalten. „Wir hoffen, dass wir das alles so durchziehen können“, so Frey-Allgaier, die auf ein ausgeklügeltes Hygienekonzept schwört. Susanne Hauck

Kartentausch

Abonnenten und Kartenbesitzer des Konzerts vom 13. November können Ihre Tickets tauschen. Weitere Informationen dazu gibt es online auf www.klangerlebnis-ev.de

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