„Jede Krise bietet neue Chancen.“

Bad Tölz Kur- und Tourismusdirektorin über die Herausforderungen in der Corona-Pandemie

Kur- und Tourismusdirektori: Brita Hohenreiter.
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Kur- und Tourismusdirektori: Brita Hohenreiter.

Bad Tölz – Gleich zu Beginn des neuen Jahres lassen wir Persönlichkeiten aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zu Wort kommen. Im Gespräch berichtet Brita Hohenreiter, Kur- und Tourismusdirektorin aus Bad Tölz.

Mit welchen drei Adjektiven würden Sie das Jahr 2020 beschreiben und in einem Satz erläutern warum?
„Herausfordernd, chancenreich, verbindend: 2020 war ein Jahr, in der unsere Welt neu gedacht werden musste. Täglich auf ständig wechselnde Herausforderungen zu reagieren, war notwendig. Die Menschen sind dadurch enger zusammengerückt und gehen neue Wege miteinander.“
Wie haben Sie das vergangene Jahr erlebt: berichten Sie…
„Voller Optimismus sind wir ins Jahr 2020 gestartet. Keiner hätte sich vorstellen können, welchen unglaublichen Herausforderungen sich alle Wirtschaftsbranchen stellen müssen – auch der Tourismus. Es war ein Jahr, in dem wir fassungslos ein verwaistes Bad Tölz erlebten. Darauf folgte ein starker touristischer Sommer. Fast hatte es den Anschein, dass die Normalität zurückgekehrt sei. Nun zum Jahresende fühlt sich alles wieder wie im Frühjahr an. Ich habe verzweifelte und weinende Menschen erlebt. Aber auch Menschen, die den unabdingbaren Willen haben, mit neuen und kreativen Lösungen dieser Situation die Stirn zu bieten. Für ein Tölz, wie es vor der Krise war vielleicht sogar noch ein bisschen besser.“
Welche Nachteile hat ihnen die Corona-Pandemie eingebracht?
„Nach einem tiefen Loch im Frühjahr versuche ich, mich nicht mehr von den ständig negativen Schlagzeilen beeinflussen zu lassen. Das kostet Energie, die ich lieber in positive Entwicklungen und Visionen investiere.“
Können Sie aus der Krise auch was positives für sich herausziehen?
„Jede Krise bietet neue Chancen. Ich stimme mit vielen Tourismusexperten überein, dass die Krise sich langfristig positiv auf den Inlandstourismus in Deutschland auswirken wird. Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit und Regionalität, verbunden mit Tradition und gesundem Lebensstil, ist bei vielen Bürgern während der Krise noch mehr in den Fokus gerückt. Für Oberbayern mit seiner landschaftlichen Premiumlage wird die Krise ganz sicher neue Potentiale eröffnen.“
Gibt es ein spezielles Erlebnis, dass Sie persönlich beeinflusst hat?
„Erschüttert hat mich besonders die Erkenntnis, wie fragil unsere gewohnte Welt doch ist, dass sie durch dieses Virus völlig aus den Angeln gehoben werden konnte, sodass ausnahmslos alle Lebensbereiche davon betroffen sind.“
Welche Herausforderungen sehen Sie für die Zukunft ?
„Aus touristischer Sicht habe ich natürlich den Bereich der durch diese Krise massiv beschleunigten Digitalisierung im Fokus. Ziel muss es sein, alle Dienstleister auf diesem Weg mitzunehmen. Der Balanceakt zwischen Digitalisierung und persönlichem sowie herzlichem Service ist die Herausforderung der nächsten Jahre.“
Wie sehen Ihre konkreten Pläne für 2021 aus?
„Wenn ich etwas in diesem Jahr gelernt habe, dann ist es, dass man immer wieder neu auf die anstehenden Situationen reagieren muss. Auch 2021 wird nicht das Jahr langfristiger Pläne sein. Hier wird konstruktive Flexibilität an deren Stelle treten.“

Die Fragen stellte Daniel Wegscheider

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