Tölzer Tourismus zu Corona

Kurbeitrag bricht um 140.000 Euro ein auch die Jugendherberge verzeichnet Einbußen

Geister-Veranstaltungen: Corona hat das öffentliche Leben in Bad Tölz zeitweise zum Stillstand gebracht.
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Geister-Veranstaltungen: Corona hat das öffentliche Leben in Bad Tölz zeitweise zum Stillstand gebracht.

Bad Tölz – Fachleute im Tegernseer Tal orakelten unlängst vom Tod des Tourismus in Bad Tölz. Dass dem so nicht ist, zeigte der Kurzbericht von Kur- und Tourismusdirektorin Brita Hohenreiter jüngst im Finanzausschuss des Stadtrates.

Zwar setzte der Lockdown zwischen März und Pfingsten den Tölzer Übernachtungszahlen arg zu, im Juli und August waren sie jedoch „sehr zufriedenstellend“, so Hohenreiter. Trotz verschiedener Einsparungen, beispielsweise aufgrund ausgefallener Veranstaltungen, hat das im Tölzer Badeteil am Max-Hoefler-Platz angesiedelte Referat für Tourismus und Kultur für das Jahr 2020 einen um 110.000 Euro erhöhten Zuschussbedarf.

Man werde wohl nur mit 980.000 Euro über die Runden kommen, so Hohenreiter, denn beim Kurbeitrag gehen heuer 140.000 Euro weniger ein. Einnahmeeinbußen gibt es auch bei der „Attraktiven Kurkarte“, beim VitalZentrum, dort sind Veranstaltungen wie BKK-Wochen und Betriebskuren ausgefallen.

Abgesagte Leonhardifahrt spart 20.000 Euro

Fast schon paradox mutet in diesem Zusammenhang an, dass aufgrund des Lockdowns von März bis Pfingsten trotz ausgefallener Veranstaltungen auch zahlreiche Einsparungen möglich wurden, so unter anderem bei Porto und Büromaterial. Finanziell positiv schlägt auch die abgesagte Leonhardifahrt 2020 zu Buche, die traditionell am 6. November hätte stattfinden sollen und die insgesamt 60.000 Euro gekostet hätte. Sparen wird man jedoch nur rund 20.000 Euro, da keine Leonhardizeichen verkauft werden können.

Ein Sorgenkind von Hohenreiter ist die Sport-Jugendherberge auf der Flinthöhe, wo man zwar im Sommer wieder viele Gäste begrüßen konnte, wo aber das Geschäft mit Klassenfahrten total zum Erliegen gekommen ist. Beim ebenfalls umsatzträchtigen Tagestourismus kann man nicht klagen, den ganzen Sommer über kamen zahlreiche auswärtige Besucher vor allem in der Marktstraße.

Ein Opfer der Krise ist aber auch das seit Jahrzehnten bekannte und durch Anzeigen finanzierte gedruckte Veranstaltungsheftchen „Bad Tölz aktuell“. Mangels Inseraten soll es künftig in veränderter Form durch hauseigene Mitarbeiter erstellt werden, so Hohenreiter. „So fallen nur noch Druck- und Verteilungskosten“, meinte sie.

Ulrike Bomhard lobte in der Debatte den heuer besonders schönen Blumenschmuck in der Innenstadt, der bei den Gästen auf große Resonanz gestoßen sei. Allerdings mahnte sie zugleich die wünschenswerte und bereits begonnene „Möblierung“ der Marktstraße an. Die inzwischen aufgestellten Ruhebänke sollten nicht alles an Verbesserung sein.

Gebeutelter Chor

Bärbel Weixner (Grüne) stellte in diesem Zusammenhang den jährlich an den Tölzer Knabenchor gezahlten Zuschuss in Höhe von 100.000 Euro in Frage. Sowohl der Kämmerer wie auch ihre Fraktionskollegin Doris Bigos verwiesen auf die Bedeutung als überörtlicher Werbeträger, den der „ohnehin heuer besonders gebeutelte Chor“ seit Jahrzehnten habe. Außerdem komme dieser heuer bereits ausbezahlte Zuschuss aus einem anderen Topf des Stadthaushalts. Forster gab zu bedenken: „Wenn Sie den Zuschuss streichen, dann gibt es den Chor nicht mehr.“ Angesichts des in zweijährigen Turnus stattfindenden Tölzer Knabenchor-Festivals, das Gäste bis aus Japan anlocke, sei dieser Schritt kaum vorstellbar, so Forster. Karl Bock

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