Bad- und Sauna-Sanierung

Stadtrat: Tölzer Stadtwerke planen zweistöckigen Anbau am Hallenbad

Tölzer Hallenbad Sanierung
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Derzeit noch ziemlich unansehnlich ist der südliche Bereich des Tölzer Hallenbades mit seinem Saunabereich. Hier planen die Stadtwerke eine umfangreiche Erweiterung.

Bad Tölz - Das Tölzer Hallenbad ist in die Jahre gekommen. Jetzt soll es saniert und mittels einem Anbau vergrößert werden. Eine Machbarkeitsstudie soll aufzeigen was möglich ist.

Einst war das Tölzer Alpamare bahnbrechend und hatte ein Alleinstellungsmerkmal in Oberbayern, inzwischen gibt es Thermen, Wellness-Bäder und Spas an jeder Ecke und in jeder Größe. Im Landkreis-Süden laden aktuell die Kochler Kristall-Therme, das Lenggrieser Hallenbad und das Tölzer Hallenbad zum Schwimmspaß auch im Winter ein.

Das Bad in der Tölzer Flint-Kaserne, inzwischen 80 Jahre alt, ist vielen Einheimischen als Sportbad bekannt, so richtiges „wellness-feeling“ kommt im immerhin 28 Grad warmen 25-Meter-Becken aber nicht auf. Das soll jetzt nach dem Scheitern sämtlicher anderer Tölzer Badepläne (wie etwa an der Bockschützstraße) anders werden. Was möglich ist, soll jetzt eine Machbarkeitsstudie aufzeigen, die von den Stadtwerken als Betreiber des Bades in Auftrag gegeben wurde. Gedacht ist an eine Sanierung und deutliche Erweiterung inklusive Familienbereich, neuen Saunen – und vielleicht sogar einer Rutsche.

Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) stellte den Stand jüngst beim Pressegespräch vor. Dieselben Informationen hatten die Stadträte zuvor in nicht öffentlicher Sitzung präsentiert bekommen. „Die Bausubstanz erlaubt eine weitere Entwicklung des Bades.“ Was es kostet und wie es genau aussehen soll, das steht noch völlig in den Sternen. Anhand schon früher im Stadtrat formulierter Wünsche und auf Basis eines groben Raumprogramms sollen als nächstes Detailplanungen in Auftrag gegeben werden.

Kernstück ist die Erweiterung des Hallenbads um einen Anbau nach Süden hin, wie Mehner erläuterte. Dort, wo sich jetzt der Bereich mit den Außensaunen befindet, soll es in Zukunft einen „lichtdurchfluteten, hellen“ Anbau mit Glasfassade geben. Damit würde sich die Atmosphäre des Bads, hinter dicken Mauern aus dem Jahr 1939 deutlich verbessern. Der zweistöckige Anbau würde einen „Familienbereich“ mit Lehrschwimm- sowie einem Kinder- und Babybecken beherbergen. „Und wir prüfen die Option auf eine Rutsche“, so der Bürgermeister.

Im Bereich, in dem jetzt die Innensauna untergebracht ist, sind Aufenthalts- und Lagerräume vorgesehen. Ein erweiterter Saunabereich soll im künftigen Hallenbad in dem Gebäudeteil unterkommen, in dem aktuell der Tanzsportclub Tölzer Land seine Heimat hat. „Der Verein ist darüber grundsätzlich informiert, und die Überlegungen, welche Alternativlösungen es für ihn gibt, laufen“, erklärte dazu Mehner.

Nach Süden hin könnte vom neuen Saunaareal noch ein Außenbereich angelegt werden, „gegebenenfalls mit Saunagarten, Außenpool und Liegeflächen“, so der Rathauschef, schließlich stünden zur Erweiterung bis an den Sportplatz noch zehn Meter Platz zur Verfügung. Auch eine kleine Gastronomie sei in diesem Gebäudeteil denkbar. Sauna und Hallenbad sollen getrennte Eingänge bekommen. Um die Barrierefreiheit zu verbessern, sei der Einbau eines Aufzugs in den ersten Stock vorgesehen.

Stadtwerke-Chef Walter Huber betont: „Wir wollen nicht mit bestehenden Bädern in Konkurrenz treten, dazu ist die Maßnahme zu klein. Es geht vor allem darum, den örtlichen Bedarf abzudecken.“ Immerhin erhofft er sich aber in Zukunft eine Verdoppelung der Besucherzahlen von jetzt jährlich rund 9.000 in der Sauna und 20.000 im Hallenbad.

Bauherr der Erweiterung werden die Stadtwerke sein, die auch das Naturfreibad Eichmühle betreiben. Mehner erklärte, dass der Stadtrat das Projekt weiter begleiten und legitimieren werde. Die Stadt ist 100-prozentiger Gesellschafter der Stadtwerke. Die Investitionskosten und das unternehmerische Wagnis, über dessen Höhe weder Mehner noch Huber Angaben machten, müssen die Stadtwerke tragen, aber natürlich nicht durch höhere Preise für Strom-, Gas- oder Wasserkunden. „Das sind zwei völlig getrennte Bereiche“, so Huber. Karl Bock

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