Bauplanung im neuen Jahr

Städtebaulicher Vertrag soll aber bereits im Dezember seinen Abschluss finden

Die idyllische Landschaft der Wackersberger Höhe gehört mit zum Hotelkonzept von Johannes Tien.
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Die idyllische Landschaft der Wackersberger Höhe gehört mit zum Hotelkonzept von Johannes Tien.

Bad Tölz – Der Tölzer Stadtrat tagt am Dienstag, 22. Dezember, letztmals in diesem Jahr. Solche Weihnachtssitzungen sind meist ein Anlass, feierlich Rückschau zu halten auf das abgelaufene Jahr und verdiente Bürger zu ehren.

Doch heuer ist alles anders. So soll auch diese Zusammenkunft (ob im Kurhaus oder im Rathaus ist noch offen) eine Arbeitssitzung sein, wie Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) mitteilt.

Dabei soll über den Städtebaulichen Vertrag zwischen dem Wackersberger Hotel-Investor Johannes Tien und der Kommune endlich öffentlich beraten werden. Dies war in den jüngsten Sitzungen mehrfach gefordert worden. So hatte Franz Mayer-Schwendner (Grüne) argumentiert: „Wir haben vor einigen Jahren auch den Vertrag zum Baugebiet Bichler Hof öffentlich behandelt.“

Ingo Mehner möchte die öffentliche Diskussion allerdings vom Einverständnis des Investors abhängig machen. Bekanntlich soll auf der Wackersberger Höhe auf einem bislang landwirtschaftlich genutzten Grundstück ein Naturhotel mit 100 Betten und einigen Chalets entstehen.

Dazu muss der Investor das Grundstück, das laut Bebauungsplan ausschließlich für Kur- und Tourismus genutzt werden darf, nicht für Wohnbebauung, von der Stadt zu einem von einem Gutachter festgelegten Preis erwerben. Die verpflichtet sich ihrerseits, einen Abwasserkanal bis nach Tölz herunter zu errichten und auch den Wanderparkplatz, der sich derzeit noch im Norden des Areals befindet, zu verlegen. Das stößt einigen Bürgern sauer auf, da es sich hierbei um eine Investition in Höhe von etwa einer Million Euro handelt. Die Leitung kann von Anliegern, die jetzt über private Kleinkläranlagen verfügen, ebenfalls gegen eine Anschlussgebühr genutzt werden.

Gegenwind für den Investor gab es auch in Form von Zuschriften: darin wurde ihm mangelnde Fachkompetenz als Hotelbetreiber unterstellt. Das ficht „BergeBlick“-Vermieter Tien nicht an, der im Sommer schon mehrfach seine Pläne vor Ort erläutert hat (wir berichteten). Auch auf seiner Homepage stellt er das Millionenprojekt vor.

Nach der Debatte im Bauausschuss und einer Befürwortung des Planverfahrens mit 17 zu sieben Stimmen haben sich die Stadträte nun im nichtöffentlichen Teil ihrer jüngsten Sitzung im Kurhaus auf die Eckpunkte eines städtebaulichen Vertrags verständigt. „Ich werde Herrn Tien jetzt unsere Ergebnisse präsentieren“, kündigte Bürgermeister Mehner an. Wie die Forderungen des Stadtrats an den Investor aussehen, bleibt vorerst unter Verschluss. „Es gehe auch um Persönlichkeitsrechte und Geschäftsgeheimnisse: Die darf ich nicht offenbaren“, so Mehner weiter.

Kritiker befürchten auf der Wackersberger Höhe einen massiven Hotelklotz mit Tiefgarage und sehen zudem den östlich gelegenen Stadtwald bedroht. Über die Eckpunkte des Vertrags habe es in der nichtöffentlichen Sitzung keine Abstimmung gegeben, berichtet Mehner. „Es sind aber viele Dinge drin, die im Vorfeld schon öffentlich besprochen wurden.“ Über den städtebaulichen Vertrag will das Gremium in der Dezember-Sitzung öffentlich debattieren. „Wir versuchen, dann zum Abschluss zu kommen“, so Mehner.

Die Tölzer Grünen hatten zuvor ihre Forderungen für den städtebaulichen Vertrags offen formuliert. Sie fordern ein schriftliches Betriebskonzept von Tien sowie einen verbindlichen Bauzeitenplan als ersten Schritt. Auch über den Bau einer Betreiberwohnung innerhalb des Hotelkomplexes hatte es bereits Diskussionen gegeben. Kritisiert wurde auch das Vorhaben, ein Garni-Hotel zu betreiben, schließlich sollen Gäste das Gastronomieangebot in der Umgebung nutzen.

Wie die Stadt Bad Tölz mitteilt, wird am 22. Dezember der Städtebauliche Vertrag behandelt, die dritte Auslegung des Bauplanverfahrens für das Sondergebiet Wackersberger Höhe verzögert sich jedoch. Eigentlich sollte sie im Dezember erfolgen, wird jedoch aufs neue Jahr verschoben. Es müssen laut Stadt „noch Anpassungen vorgenommen werden“. Karl Bock

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