Mehr als nur eine Radeltour

Tölz Bürgermeister informiert beim Auftakt zum „Stadtradeln“ über Altes und Neues

Tölzer Stadtradeln
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Mobilität und Nachhaltigkeit sind Programm beim „Stadtradeln“. Tölz Bürgermeister Ingo Mehner (rl). startete an der Isar und strampelte quer durch die Kurstadt an der Isar.

Bad Tölz – Der sportliche Aspekt stand bei der Auftaktveranstaltung „Stadtradeln“ am vergangenen Samstag nicht im Vordergrund – vielmehr veranschaulichte die zweistündige Fahrradtour durchs Stadtgebiet diverse aktuelle städtische Projekte zum Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Überschaubare 30 Interessenten hatten Gelegenheit, viel von Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) sowie von Stadtwerke-Chef Walter Huber zu erfahren, außerdem versprach Landrat Josef Niedermaier, dass nun beim Thema Fahrradwege konkrete Maßnahmen in Stadt und Landkreis bevorstünden. Gemeinsam habe man ein Planungsbüro beauftragt.

Seit Mai im Amt, hatte Bürgermeister Ingo Mehner wegen der derzeitigen Corona-Beschränkungen kaum Gelegenheit, direkt mit den Bürgern der Stadt in Kontakt zu treten. Deshalb sei das Stadtradeln auch ein „Veranstaltungsersatz“ meinte er bei der Begrüßung der Teilnehmer vor dem Tölzer Rathaus.

Vom Schloßplatz wurde hinunter zur Isar geradelt, der ersten Station. Mehner zeigte auf die neue Graffitiwand am Brückenpfeiler und die Isarstufen am Taubenloch. Wie berichtet, wird dort auch der Spielplatz vergrößert. Niedermaier erwähnte in den Zusammenhang auch die umfangreichen Hochwasserschutzmaßnahmen entlang der Isar.

Über die Anton-Holzner-Promenade ging es weiter zum Hoheneck. Dort betreiben die Tölzer Stadtwerke ein Heizwerk für Nahwärme. Davon profitieren derzeit Häuser am Burgstein und im Tölzer Bereich. Weitere Anschlussmöglichkeiten für die Gebäude in Richtung Wilhelm-Dusch-Straße seien vorgesehen, so Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Huber. Er betonte, das Thema Wärme sei vom Umweltaspekt her gesehen Top aktuell: „Dabei geht es nicht um die neuen, ohnehin gut gedämmten Gebäude, sondern um den Altbestand, bei denen oft aus veralteten Heizanlagen Energie beim Fenster hinaus geblasen wird.“ Deshalb wollen die Stadtwerke ein weiteres Heizwerk im Stadtgebiet errichten, das die bestehenden Anlagen am Burgstein und im Lettenholz ergänzen sollen. Zudem gibt es eine landkreiseigene Anlage für das Schulzentrum am Alten Bahnhof. Allerdings sei die Standortsuche nicht einfach, meinte Bürgermeister Mehner, so war das ursprüngliche Vorhaben am Kogel gescheitert.

Huber teilte mit Blick auf den künstlich angelegte Tölzer Stausee mit, dass die jeweils auf 30 Jahre vergebene Konzession für das Kraftwerk im Jahr 2024 auslaufe. Er hoffe, dass die Stadtwerke den Zuschlag für weitere Jahrzehnte erhalten würden. Sonst müsste angesichts der aktuellen Bedenken gegen die Nutzung der Wasserkraft das Kraftwerk eventuell sogar stillgelegt und zurückgebaut werden.

Ebenfalls mit dem Thema Wasser hat die Kneippanlage zu tun, die derzeit als Ersatz für die längst aufgegebene Anlage an der Isar im Tölzer Gabriel-von-Seidl-Kurpark entsteht. Sie ist nicht unumstritten. Auch wenn keine Bäume gefällt werden mussten, so ist doch ein erheblicher Stromverbrauch zu befürchten, weil das benötigte Wasser für die Anlage herbei gepumpt werden muss. Dennoch betrachtet es Kurdirektorin Brita Hohenreiter als wertvolles Angebot für die Tölzer Gäste „im räumlichem und organisatorischen Zusammenhang mit dem Vitalzentrum“.

Nach einem Abstecher in die Kohlstatt ging es weiter zum Jungmayplatz. Im Gries soll eine Neupflasterung des Viertels erfolgen und Gehwege angelegt werden. Trotz Bürgerbeteiligung ist nicht jeder erfreut über die Umgestaltung. Eine Anwohnerin sprach sich vehement gegen die Pflasterung des Quartiers durch hellen Granit aus. Laut Mehner ist unklar, ob die Maßnahme angesichts der zu erwartenden Steuerrückgänge überhaupt im kommenden Jahr in Angriff genommen werden kann. Karl Bock

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