Singen gegen die Krise

Tölzer Knabenchor beteiligt sich an internationalem Flashmob

Der Tölzer Knabenchor
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Der Tölzer Knabenchor: bestreitet normalerweise mehr als 150 Konzerte pro Jahr.

Landkreis – Knabenchöre gelten als besonderes Kulturgut und können auf eine zum Teil jahrhundertealte Tradition zurückblicken. Mit der Teilnahme an der Aktion „#KulturgutKnabenchor“ soll das auch so bleiben.

Erstmals in ihrer Geschichte schließen sich 46 Knabenchöre aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in einer grenzübergreifenden Kooperation zusammen, um auf die Nachwuchssorgen der Knabenchöre aufmerksam zu machen.

Am 14. November, um 11.55 Uhr treten die Chöre mit einem digitalen Flashmob unter dem Hashtag #KulturGutKnabenchor und der Botschaft „Viva la musica!“ auf der virtuellen ­Bühne ­(www.kulturgutknabenchor.de) sowie in den sozialen Netzwerken wie YouTube und Facebook auf. Initiiert wurde die Aktion von dem Tölzer Knabenchor, den Augsburger Domsingknaben, den Regensburger Domspatzen und dem Windsbacher Knabenchor.

Die aktuelle Corona-Krise stellt für Knabenchöre eine große Herausforderung dar. Chorproben müssen teils entfallen, Solounterricht zur Stimmbildung kann nur im Fernunterricht angeboten werden. Wenn überhaupt, dann wird mit regional unterschiedlichen Hygieneauflagen geprobt und unterrichtet: Mindestens zwei Meter Abstand zum nächsten Sänger sind gefordert, weshalb eine Chorprobe häufig nur in Kleingruppen stattfindet. Bereits terminierte Konzerte entfallen oder werden in spätere Saisons verschoben. Wie alle Künstler braucht auch ein Knabenchor sein Publikum, nicht zuletzt, um Nachwuchs fürs Singen zu begeistern.

Nachwuchswerbung kann nicht oder nur sehr begrenzt betrieben werden, ein „Tag der offenen Tür“ darf nur in sehr reduziertem Rahmen stattfinden. Die Talentsuche entfällt völlig. Und dennoch suchen alle nach Lösungen wie es weitergehen kann. fra

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