Ergebnis der Jugendwahl überraschend

Im Rahmen der U18-Wahl schritten 3.801 Minderjährige zur Urne

Stimmungsbild bei der U18 Wahl
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Stimmungsbild bei der hiesigen Jugend: die meisten Zweitstimmen gehen an die CSU.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Region – Die Fridays for Future-Generation hat bereits vor der Bundestagswahl gewählt: Das Ergebnis dabei ist ein wenig anders ausgefallen als erwartet. Denn nicht die Grünen hatten die Nase vorn bei den jungen Wählern unter 18 Jahren, sondern die CSU.

Die Wahl wurde vom Kreisjungend­ring organisiert und an 25 von insgesamt 27 weiterführenden Schulen im Landkreis durchgeführt.

Insgesamt 3.800 und ein Schüler schritten zur Wahlurne im Klassenzimmer. Damit ist laut Organisatorin und Kreisjungendpflegerin Verena Peck eine Ergebnisrepräsentativität von fast 50 Prozent erreicht. Peck und ihr Team hatten sich im Vorfeld ins Zeug gelegt und zahlreiche Wahlentscheidungshilfen erstellt: Von Videoclips mit den Direktkandidierenden des Stimmkreises bis hin zu Veranstaltung „Polit(o)ur“ mit Podiumsdiskussionen.

Radwan liegt vorn

Und so haben die Jugendlichen, die noch nicht volljährig sind, an den weiterführenden Schulen in der Region gewählt: Die meisten Erst- und Zweitstimmen entfielen auf Alexander Radwan (23 Prozent) und die CSU (siehe Grafik). Knapp dahinter liegen die Grünen und ihr Kandidat Karl Bär (19 Prozent). Gefolgt von Hannes Gräbner von der SPD (13 Prozent).

Alexander Radwan (56) ist aktuell Mitglied im Bundestag und ledig. In seiner Freizeit ist er beim Wandern und Radfahren, am liebsten in Begleitung von Hündin Clara, sowie gerne auf Reisen.

Auch an der Tölzer FOS/BOS nahmen im Rahmen der U18- und der Juniorwahl insgesamt 530 Wahlberechtigte teil und machten ihre zwei Kreuzchen für die Erst- und Zweitstimme. „Das Ergebnis ist überraschend“, berichtete Thomas Bestecky von der Schulleitung. Während 2018 bei der Landtagswahl noch Bündnis90/Die Grünen bei den Schülern der FOS/BOS die Liste anführten, zeigt sich bei der Bundestagswahl ein anderes Bild. Karl Bär landet auf Platz drei. Vorne liegen hier Alexander Radwan und Béatrice Vestling (FDP) mit jeweils 105 Stimmen.

Keine Politik-Verdrossenheit bei Jugend

Neben der Parteipolitik sei besonders die Erkenntnis wichtig, „dass das Interesse mitzureden und mitzuentscheiden absolut da ist“, berichtet Peck weiter. Die Gespräche mit der Jungend stimmen sie durchaus positiv: „Wir brauchen keine Angst vor Verdrossenheit zu haben. Unsere Jugend ist mehr als bereit dazu, Verantwortung zu übernehmen und für ihre Bedürfnisse einzustehen. Wir müssen sie nur lassen.“

Die hohe Zahl abgegebener Stimmen ist umso höher zu bewerten, da nicht alle der etwa 8.000 stimmberechtigten Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren an weiterführenden Schulen des Landkreises wählen konnten. Da an einigen Schulen so kurz nach den Sommerferien die Ressourcen knapp und Vorbereitungszeit zu kurz war.

„Für Schulen in Bayern ist der Wahlzeitraum natürlich schwierig“, so Peck. Gleich in der ersten Woche des neuen Schuljahres eine Jugendwahl möglich zu machen, sei ein „logistischer Drahtseilakt“ für die Schulen gewesen. Fakt ist, so die Organisatorin, die Jungend nimmt das Thema Wahl ernst. „Die Rückmeldungen aus den Schulen und die dort stattgefundenen Diskussionen bezeugen dies eindeutig.“

Übrigens: Die gesamte U18-Wahlaktion um das Organisationsteam aus dem Landkreis wurde vom BR-Filmteam begleitet. Am Sonntag, 31. Oktober, wird um 19.30 Uhr auf BR-Alpha die Sendung der Reihe „respekt“ zu sehen sein.

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