Keine Gnade für Vandalen

Bad Tölz: Zerstörungswut bei Mobile Homes und Parkautomaten

Parkautomat an der Bockschützstraße
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Der Parkautomat an der Bockschützstraße wurde verwüstet und musste durch einen neuen ersetzt werden.
  • Franca Winkler
    vonFranca Winkler
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Bad Tölz – Ob Schmierereien an diversen Fassaden und in Hausfluren, der zerstörte Parkautomat an der Bockschützstraße (wir berichteten) oder zuletzt der Vandalismus von drei Mobile Homes an der Kohlstadt – Sachbeschädigungen an Einrichtungen häufen sich in Bad Tölz. Der Vandalismus hat nun ein Ausmaß angenommen, dass die Stadt härter durchgreift.

Die Stadt bringt inzwischen jede Form von Vandalismus zur Anzeige. Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) zeigt sich entrüstet: „Es ist unfassbar, mit welcher Unverschämtheit städtische Einrichtungen immer wieder kaputt gemacht werden“, klagt er. „Wenn mit blanker Wut zerstört wird, hört jegliches Verständnis auf.“ Mehner kündigt nun ein scharfes Vorgehen gegen die Verursacher an.

Der Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat, war die Zerstörung von drei Mobile Homes, die von der Stadt als Notunterkünfte für Familien abgestellt wurden. In der Nacht von Freitag (12. Februar) auf Samstag (13. Februar) demolierten Unbekannte die fast fertiggestellten Familien-Notunkerkünfte am Sportplatz an der Kohlstattstraße. Türen wurden gewaltsam aufgebrochen, Inneneinrichtung beschädigt, Kabel herausgerissen und die Zugänge zu den Wohneinheiten herumgeworfen. Die Schäden werden von der Stadt auf etwa 4.500 Euro beziffert. Viel schlimmer als der wirtschaftliche Schaden aber sei die Zeitverzögerung, die nun eintritt, so Mehner. Denn die transportablen Häuser in Bad Tölz sollten vor allem armen Familien vorübergehend als Heim dienen. „Wie wichtig solche Wohneinheiten sind, hat sich im letzten Sommer gezeigt, als nach dem Brand im Lettenholz innerhalb einer Nacht mehrere Familien obdachlos geworden waren,“ erläutert der Rathauschef.

Die Mobile Homes an der Kohlstattstraße wurden ebenso verwüstet.

Mit den Notunterkünften für Familien komme die Stadt einer Pflichtaufgabe nach. Nun „wird es noch einmal deutlich länger dauern, bis die Schäden beseitigt und die Wohneinheiten bezugsfertig sind“, kritisiert Mehner.

Der Vandalismus an diesen Notunterkünften sei der traurige Höhepunkt der Geschichte der Zerstörungswut in Bad Tölz. Die Stadt wird nun verschärft gegen Übeltäter vorgehen und setzt auf verschiedene Präventionsmaßnahmen. Im Fokus steht dabei „eine Verzahnung der Maßnahmen von Polizei, des städtischen Ordnungsamt, des Sicherheitsdienstes der Stadt und Videoüberwachung an ausgewählten Punkten“, erklärt Mehner. „Die Täter sollen sich nicht sicher fühlen und die rechtlichen Maßnahmen dürften abschrecken.“

Die Stadt bringt inzwischen jede Form von Vandalismus zur Anzeige. Egal ob Sachbeschädigung oder Einbruch, die Stadt stellt unerbittlich Strafanzeige. Zum Erfolg führte das bereits im vergangenen Jahr, als ein junger Mann im Parkhaus an der Bockschützstraße randaliert und Zerstörung anrichtete. Der Fall wurde aufgeklärt und der Täter wurde zur Rechenschaft gezogen. „Es kann nicht sein,dass die Allgemeinheit mit Steuergeldern zur Beseitigung der Schäden aufkommt,“ so Tölz Bürgermeister.

Franca Winkler

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