Kliniken an Belastungsgrenze

Asklepios Stadtklinik und Kreiskrankenhaus verhängen Besucherstopp

Patient auf der Intensivstation
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Die Belegungsrate aller Intensivbetten im Landkreis ist fast ausgelastet.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Landkreis – Die Tölzer Asklepios Klinik und das Kreiskrankenhaus Wolfratshausen sind ausgelastet. Vorerst sind dort keine Patientenbesuche mehr erlaubt.

Die Lage ist ernst: Die Corona-Infektionszahlen steigen rapide an. In Bayern gilt seit Donnerstag wieder der Katastrophenfall. Am selben Tag lag der 7-Tage-Inzidenzwert im Landkreis bei 742,5 . „Die Situation auf der Intensivstation ist angespannt, da aufgrund der hohen Auslastung das ärztliche und pflegerische Personal an der Belastungsgrenze arbeitet“, betont Kreisklinikleiter Ingo Kühn.

Noch drei Intensivbetten im Tölzer Land frei

Von den 24 Intensivbetten im Landkreis sind noch drei frei (Stand: 11. November). Im Kreiskrankenhaus Wolfratshausen werden derzeit drei Covid-Patienten versorgt und in der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz befinden sich 29 an Corona Erkrankten in stationärer Behandlung – davon werden vier intensivmedizinisch betreut. Damit versorgt das Tölzer Krankenhaus aktuell die meisten Corona-Fälle im Verbund des Rettungsdienstbereiches Oberland, bestehend aus den drei Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Weilheim-Schongau sowie Garmisch-Partenkirchen.

Impfdurchbrüche im Krankenhaus

In der Asklepios Klinik und dem Kreiskrankenhaus mussten bislang vereinzelt auch Patienten mit dem Coronavirus stationär behandelt werden die vollständig geimpft waren. Covid-Impfdurchbrüche bei vollständig geimpften Patienten mit schweren Verläufen seien aber weiterhin sehr selten und betreffen vor allem Patienten, „deren Immunsystem etwa durch eine Chemotherapie oder eine dauerhafte Kortisonbehandlung geschwächt ist“, erklärt Felix Rauschek, Geschäftsführer der Asklepios Stadtklinik. „Oder die Älter als 80 Jahre sind.“

Geschäftsführer der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz: Felix Rauschek.

Beide Klinikchefs stimmen überein: Die überwiegende Mehrheit an Patienten, „die wegen einer Covid-Erkrankung stationär behandelt werden musste: war ungeimpft“. Dabei beobachteten sie, dass auch jüngere Menschen ohne Impfschutz ein reales Risiko haben, sehr schwer zu erkranken. „Wir appellieren deshalb an alle Bürger, sich impfen zu lassen.“

Nun haben die Asklepios Klinik und die Kreiskrankenhaus angesichts der weiterhin steigenden Anzahl der Corona-Fälle ein generelles Besuchsverbot beschlossen. „Wir haben uns zu diesem drastischen Schritt entschieden, um unsere Patienten und Mitarbeiter zu schützen“, sagt Rauschek weiter. Und Kühn ergänzt: „Leider können wir Angehörigen und Besuchern aufgrund von Infektionsschutzmaßnahmen derzeit nicht ermöglichen, die Kliniken zu betreten.“

Geschäftsführer der Kreisklinik Wolfratshausen: Ingo Kühn.

3G-Plus-Regel für Patienten

Die bayernweite Corona-Ampel steht auf Rot: Der Landkreis gilt aufgrund seiner hohen Inzidenz sowie seiner hohen Bettenauslastung auf den Intensivstationen als regionaler Hotspot. Die beiden Krankenhäuser in der Region haben nun verschärfte Maßnahmen zum Schutz der Patienten, Ärzte sowie des Pflegepersonals ergriffen und etwa einen Besuchsstopp veranlasst.

Ausnahmen beim Besuchsverbot der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz und dem Kreiskrankenhaus Wolfratshausen sind jedoch möglich, wie die jeweiligen Klinikchefs berichten: Etwa beim Besuch von Kindern oder in der Versorgung von Sterbenden. Allerdings bedürfen sie im Einzelfall einer Sondererlaubnis durch den behandelnden Arzt.

Zudem gilt für Patienten beider Krankenhäuser ab Montag, 15. November, die 3G-Plus-Regel. Bedeutet: Alle Patienten, die zu einem ambulanten Termin, zu einer Indikationssprechstunde oder zum Vorbereitungstermin für einen stationären Aufenthalt in die Kliniken kommen und nicht vollständig geimpft oder genesen sind – müssen einen negativen PCR-Test vorweisen. Der nicht älter als 48 Stunden ist. Notfallpatienten werden dagegen vor Ort getestet. Des Weiteren ist der Zutritt ab sofort nur noch mit FFP2-Maske erlaubt.

Dringende Behandlungen nicht aufschieben

Auch wenn die Asklepios Klinik soweit medizinisch vertretbar, planbare stationäre Behandlungen und Operationen erst einmal zurückstellt, „werden nicht aufschiebbare Behandlungen weiterhin durchgeführt“, betont Geschäftsführer Felix Rauschek. Ebenso werden Notfälle rund um die Uhr behandelt. Auch ambulante Operationen finden weiterhin statt und Sprechstundentermine können regulär vereinbart werden. „Es ist wichtig, dass wir uns auch weiter um die Patienten kümmern, die eine Krankheitsbehandlung benötigen.“ Auch sollte keiner als Angst vor einer möglichen Corona-Infektion notwendige Klinikbehandlungen vermeiden oder auf einen Arztbesuch verzichten.

Geschäftsführer der Kreisklinik Wolfratshausen Ingo Kühn kritisiert den „verschärfenden Fachkräftemangel“, insbesondere bei den Intensiv-Pflegekräften. „Stünde mehr Personal zur Verfügung, könnten wir bis zu zehn weitere Intensivbettenplätze der Bevölkerung des Landkreises zur Verfügung stellen.“ Räume und Technik wären da.

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