Stadt lässt Tölz im neuen Licht leuchten

Tölzer Bauausschuss genehmigt neues Beleuchtungskonzept – Wandleuchten im warmen Ton

Einen Vorgeschmack auf das neue Lichtkonzept in der Tölzer Marktstraße gab die Präsentation in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung.
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Einen Vorgeschmack auf das neue Lichtkonzept in der Tölzer Marktstraße gab die Präsentation in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung.

Bad Tölz – Vor Jahrzehnten wurde jeweils in der Stadtratssitzung zum Jahresabschluss stolz verkündet: „Tölz wird heller“.

Das lag daran, dass die Stadtwerke wieder ein paar Lampen mehr an Straßen und Plätzen installiert hatten. Heute geht es nicht mehr darum, dass man „die Nacht zum Tage macht“, sondern darum, die zunehmende Lichtverschmutzung zu vermeiden.

Die Stadt Bad Tölz hat deshalb im Zuge des „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes“ (ISEK) bei der Universität Augsburg ein Lichtkonzept in Auftrag gegeben, dessen Ergebnis Prof. Michael Schmidt in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung im Rathaus vorstellte. Mit coronabedingter Verspätung -– eigentlich war die Präsentation schon im Frühjahr geplant gewesen. Ohnehin eilt es aber nicht, denn das Projekt, das vom Ausschuss einstimmig befürwortet wurde, ist eine Zukunftsaufgabe, das den Stadthaushalt noch länger belasten dürfte. Erste Lampen können eventuell im kommenden Jahr im Zuge der Neugestaltung des Stadtviertels Gries am Jungmayrplatz angebracht werden. Insgesamt ist vorgesehen, die Salzstraße, die gesamte Innenstadt und den Eingang zum Badeteil neu zu beleuchten.

Die Anforderungen an eine Stadtbeleuchtung sind heutzutage weit vielfältiger als früher, gilt es doch, ein Licht zu installieren, das wenig Insekten anlockt, einheitlich und energiesparend ist, mehr Aufenthaltsqualität bietet und Lichtverschmutzung vermeidet. Geprüft werden soll in diesem Zusammenhang auf Antrag von Anton Mayer (CSU), ob die neue Beleuchtung auch für das Gebiet rund um die Kirche im Ortsteil Ellbach in Frage kommt. Dort waren in der Vergangenheit Lampen abgebaut worden, weil sie angesichts der dichten Bebauung im Ortskern „nachts in die Schlafzimmer der Ellbacher geleuchtet“ hätten.

„Ein Hauch von Nizza“

Das Tölzer Zentrum wird bislang an vielen Stellen von sogenannten Hillerbrand-Leuchten illuminiert. „Wir planen einen Neuaufbau in gleicher Formensprache“, sagte der Münchner Professor im Ausschuss. Vorgesehen sind nicht Straßenlaternen, sondern Wandleuchten an den Häusern, die nach unten strahlen. Außerdem sollen die Unterseiten der Dächer indirekt beleuchtet werden, besonders an der Marktstraße werden so die großen Giebel in Licht getaucht. Am Eingang zum Badeteil könnte Schmidt zufolge dadurch „ein Hauch von Nizza“ entstehen.

Das LED-Licht selbst soll mit einer Farbtemperatur von 2.700 Kelvin einen „sehr warmen Ton“ bekommen, wie der Lichtplaner erläuterte. Nicht alle neuen Lampen werden senkrecht nach unten leuchten, bei manchen fällt der Strahl auch schräg zu Boden, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. Etwa der Isarbrücke: „Der Weg muss dort gut ausgeleuchtet sein.“ Insgesamt wolle man die Tölzer Beleuchtung „weniger nach oben, gleichmäßiger und wärmer“ gestalten, resümierte Schmidt.

Josef Steigenberger (CSU) warnte davor, „die Nacht zum Tage zu machen“, wies allerdings darauf hin, dass die schönen Fresken und Lüftlmalereien an den Hausfassaden in der Marktstraße nicht im Halbdunkel verschwinden sollten. Derzeit sei es fast nur das Licht der Schaufenster, das die Marktstraße erhelle, so Schmidt. Michael Lindmair (FWG) freute sich, das die Hillerbrandlampen als Basis für die Weiterentwicklung der Straßenbeleuchtung dienten. Er forderte mit Blick auf die indirekt angestrahlten Giebel, auf ein einheitliches Bild in der Fußgängerzone zu achten, da die Häuser nun einmal unterschiedlich viele Fenster hätten. Man könne mit kleinen Punktleuchten arbeiten, erklärte Schmidt. Als Beispiel nannte er die seit Jahren in der Marktstraße übliche Weihnachtsbeleuchtung mit „Kerzen“ auf den Fensterbänken,.

Bürger zahlen nichts

Nach den Kosten und nach dem Zeitplan erkundigte sich Karsten Bauer (CSU). Die lägen kaum über jenen Summen, die man ansonsten für eine Straßenbeleuchtung zahle, sagte Schmidt. Das Lichtkonzept werde auch „nicht in einem Rutsch“ umgesetzt. Bauamtschef Christian Fürstberger merkte an, dass die Stadt mit etwa 50 Prozent Förderung der ungenannt bleibenden Gesamtkosten rechnet. Die Planungsleistung werde über das Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ durch die Regierung von Oberbayern unterstützt. Die Anwohner werden an den Kosten nicht beteiligt. Fürstberger: „Das wird aus Steuermitteln bezahlt.“ Die Anwohnern können oder sollen dennoch ihren Anteil leisten, „indem sie uns die Fassaden lassen, damit wir die Leuchten da hinbauen können“. bo

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