Winterpause auf der Baustelle

Bairawieser Straße wieder befahrbar / Umgestaltung ab Ende März

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Die Bairawieser Straße (hier noch als Baustelle) ist ab sofort wieder befahrbar. Im Frühjahr 2020 sollen die Kanalbauarbeiten dann beendet und die Straße selbst ausgebaut werden. Auch eine Einbahnregelung steht zur Debatte.

Bad Tölz – Kein Baustellenlärm ist mehr zu hören und auch kein Staub wird mehr in die Luft gewirbelt: Lastwagen und Bagger haben sich von der Baustelle an der Bairawieser Straße in die Winterpause verabschiedet. Nun ist die Straße wieder befahrbar, zumindest für ein paar Wochen.

Die Bairawieser Straße, die in ihrem inneren Bereich fast parallel zur Jahnstraße verläuft, hat eine deutlich geringere Verkehrsbelastung als die 1967 ausgebaute Staatsstraße, ist aber eine beliebte Abkürzung, um zur Nockhergasse zu kommen, ohne an den Ampeln vor der AOK oder der Stadtbücherei warten zu müssen. Täglich nutzen rund 1800 Fahrer diese Route stadteinwärts, nur 350 sind in der Gegenrichtung unterwegs, so ergab es jedenfalls eine Verkehrszählung, die jetzt im Stadtentwicklungsausschuss des Stadtrates vorgestellt wurde. Bis kurz vor Weihnachten fanden dort Kanalbauarbeiten statt, die im Frühjahr 2020 beendet werden sollen. Jetzt herrscht dort Winterpause, so dass die Straße wieder voll befahrbar ist. 

Ab Ende März 2020 will die Stadt diese innerstädtische Verbindungsstraße, als die sie offiziell eingestuft wurde, umgestalten. Damit soll der Durchgangsverkehr ausgebremst werden. Schon bei der nördlichen Abzweigung der Bairawieser Straße soll zusammen mit dem Höhenbergweg und der gegenüberliegenden Ludwig-Thoma-Straße eine echte Kreuzung entstehen. Damit will die Stadt das flotte Abbiegen von der Staatsstraße in die Bairawieser Straße unterbinden. Vorgesehen ist dort auch eine Querungshilfe. Im weiteren Verlauf sollen immer wieder Engstellen durch versetztes Parken geschaffen werden, insgesamt sind etwa 30 markierte Stellplätze möglich. Die braucht man dringend, weil die Bairawieser Straße derzeit trotz Sperrung für den Durchgangsverkehr als beliebter Parkplatz für die Berufsschüler dient. Der Verkehr soll künftig verlangsamt und die Sicherheit für Kinder, die dort zur Jahnschule gehen, erhöht werden. „Ein Zebrastreifen geht nicht, dafür sind die Voraussetzungen von den Verkehrszahlen her nicht erfüllt“, sagte Bauamtsleiter Christian Fürstberger. Um ein Parken auf dem ostseitigen Gehwegen zu erschweren, soll ein Grünstreifen angelegt werden. „Das ist kein gemähtes Grün, sondern es sind Blühinseln für Insekten“, sagte Fürstberger. Die Kosten für die gesamte Baumaßnahme, die sich bis zur Engstelle bei der Einmündung Schießstattstraße erstreckt, belaufen sich auf geschätzt 1,1 Millionen Euro. 

Es gibt aber eine 100.000 Euro teurere Variante, und zwar eine unechte Einbahnregelung zur Nockhergasse. Einbahnverkehr wäre damit bis zur Engstelle bei der Zinnstube Preissler (Einmündung Schießstattstraße) möglich, danach gilt stadteinwärts wieder die normale Verkehrsregelung. Die hatte aber in der Sitzung nur für Karsten Bauer (CSU) eine gewissen Charme. Alle anderen Stadträte sprachen sich klar für die doppelspurige Lösung aus. Die Einbahnregelung hat den Nachteil, dass die Anlieger jeweils nur stadteinwärts aus ihren Grundstücken kommen und daher bei der Fahrt in Richtung Norden über die ohnehin stark befahrene Jahnstraße ausweichen müssten. Allerdings gibt es dadurch vermutlich fünf Parkplätze mehr und auch die Radfahrer wären besser geschützt. Ulrike Bomhard und Peter von der Wippel (beide FWG) nahmen die Umbaupläne zum Anlass, um auf die Parkplatznot auf der Bairawieser Straße und insgesamt in der Tölzer Innenstadt hinzuweisen. So sollen auch am Taubenloch nach Vorstellungen des künftigen Stadtbaumeisters Florian Ernst künftig Parkplätze wegfallen. Bürgermeister Josef Janker (CSU) hofft allerdings, dass sie durch das Schrägparken am Nockherplatz (bisher nur Längsparker) ersetzt werden können. Entschieden wurde in der letzten Sitzung im alten Jahr nichts, zunächst soll in einer Anliegerversammlung die Meinung der Anwohner und die verschiedener Verkehrsgremien eingeholt werden. bo

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