Bakterienfund im Dietramszeller Trinkwasser: Mahnung von Gesundheitsamtsleiter

„Hochbehälter in Schuss halten“

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Nachdem im Trinkwasser vom Jasberger Hochbehälter erhöhte Bakterienkolonien festgestellt wurden, nimmt der geplante Neubau nun an Tempo auf.

Dietramszell – Nachdem im Hochbehälter Jasberg in der ­Vorwoche bei einer Routinekontrolle vermehrt Bakterien im Trinkwasser festgestellt wurden, sieht Gesundheitsamtsleiter Dr. Franz Hartmann nun die Gemeinde Dietramszell in der Pflicht.

Sie solle endlich ihre Hochbehälter technisch auf Vordermann bringen. Das Wichtigste vorweg: Anders als bei den Trinkwasser-Vorfällen in Königsdorf und Geretsried wurden in Dietramszell im Hochbehälter in Jasberg keine Fäkalkeime entdeckt. Laut Hartmann handele es sich um die Feststellung eines erhöhten Wertes einer Bakterienkolonie. „Das ist kein besonders schlimmer Befund“, so Hartmann. Schließlich sei auch Trinkwasser kein steriles Lebensmittel. Er verweist ferner darauf, dass keine Gefahr für Leib und Leben bestanden habe – auch nicht vor der dann durchgeführten Chlorung und der kurzzeitigen Abkochanordnung. Letztere ist inzwischen wieder aufgehoben. Allerdings, so der Gesundheitsamtsleiter weiter, sei der Vorfall durchaus ein Zeichen dafür, „dass da etwas nicht stimmt“. Und die Ursache müsse man nun suchen. Ursachen könnte eine zu schlechte Reinigung des Hochbehälters sein, „der scheint auch nicht mehr der ,Frischeste‘ zu sein“, so Hartmann. Deshalb sei der Hochbehälter inzwischen desinfiziert worden, bevor er nun wieder befüllt werde. Zum Wochenende wollte er dann nochmals Proben entnehmen lassen, deren Auswertung er für nächste Woche erwartet. Dass die erhöhte Bakterienkolonie entdeckt wurde, wertet Hartmann als „Warnhinweis“. Der Gemeinde empfiehlt er, endlich über einen neuen Hochbehälter am Jasberg zu befinden. „Die Gemeinde soll sich bemühen, ihrer Pflichtaufgabe beim Trinkwasser nachzukommen“, so seine klare Ansage an die Gemeinde. Und das sagt er vor dem Hintergrund, dass der Gemeinderat bereits im Jahr 2014 nach einer aufgetretenen Keimbelastung einen Neubau beschlossen hat.

In der Gemeinde hofft man nach der Reinigung der beiden Wasserkammern nun auf positive Proben-Ergebnisse. Man sei bemüht, die Chlorung baldmöglichst wieder einstellen zu können. Auf die Frage, wann ein Neubau denn realisiert werde, um den rund 100 Jahre alten Hochbehälter Jasberg abzulösen, verweist Schelle auf Bürgermeisterin Leni Gröbmaier. Die weiß um die Dringlichkeit eines Neubaus („es eilt schon seit zwei Jahren“) und hofft auf einen Baubeginn noch in diesem Jahr. Doch müssten noch die Grundstücksverhandlungen in trockene Tücher gewickelt werden, die die Bürgermeisterin wegen Befangenheit selbst nicht führen darf. Sie schätzt aber, dass der Vertrag innerhalb von vier Wochen abgeschlossen ist.    tka

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