Umstrittene Nachverdichtung

Bauausschuss befürwortet drei Mehrfamilienhäuser in Geltinger Ortsmitte

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Die Gebäude an der Buchberger Straße 21-23 in Geretsried werden durch drei moderne Mehrfamilienhäuser ersetzt.

Geretsried/Gelting – Im März verweigerte der Bau- und Umweltausschuss einem Bauantrag der in Nürnberg ansässigen Lama Wohnbau GmbH noch seine Zustimmung. Da das Unternehmen im Plan nun die Stellplätze verlagert hat, bewilligte das Gremium nun doch die Errichtung von drei Mehrfamilienhäusern in der Ortsmitte.

Das Vorhaben, an der Buchberger Straße 21, 21 a und 23 drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 20 Wohneinheiten und eine Tiefgarage mit 23 Stellplätzen zu errichten, wurde im März aufgrund einer zu engen Bebauung sowie einer ungünstigen Lage der oberirdischen Stellplätze zurückgestellt. Der Geltinger CSU-Stadtrat Franz Wirtensohn regte damals an, das hintere Mehrfamilienhaus kleiner zu gestalten und dessen Wohneinheiten von acht auf sechs zu reduzieren.

Nun erklärte Susanne Ermer vom städtischen Bauamt, dass drei der zuvor sieben oberirdischen Parkplätze in die Tiefgarage verlagert wurden. „Die nötigen Stellplätze sind damit nachgewiesen und die Planung allgemein zulässig“, betonte Ermer. Wirtensohn gab sich damit nicht zufrieden, da die verbliebenen oberirdischen Parkplätze nicht verschoben wurden und das hintere Gebäude immer noch sechs Wohneinheiten aufweist. „Ich bin ja für Verdichtung, aber man muss ja nicht jeden Quadratmeter verbauen“, gab er zu bedenken.

Zudem erinnerte Wirtensohn an die Baumschutzverordnung. Denn auf dem Grundstück steht eine 200 Jahre alte Linde, die auf den gezeigten Plänen nicht mehr erkennbar ist. „Laut Bauantrag sind keine geschützten Bäume zu berücksichtigen“, entgegnete Ermer. Ein erneutes Gespräch mit dem Bauträger hält auch Stadtbaurat Rainer Goldstein für überflüssig. „Eine Reduzierung der Wohneinheiten ist keine Option: Der Grund kostet halt auch was“, stellte er klar.

Bürgermeister Michael Müller (CSU) konnte die Bedenken einiger Stadträte zwar nachvollziehen, verwies aber auf die Funktion des Bauausschusses. „Wir beurteilen hier nicht, ob etwas schön ist oder nicht, sondern nach dem Bebauungsplan“, erklärte er. Wenn die Stadt nun trotz Erfüllung der Vorgaben das Bauprojekt verzögere, könnten Schadensersatzforderungen auf die Kommune zukommen. Zudem entscheidet auch das Landratsamt über die Rechtmäßigkeit des Antrags. Am Ende stimmten nur Franz Wirtensohn (CSU) und Volker Witte (Grüne) gegen das Vorhaben. „Wir sollten dafür sorgen, dass der dörflichen Charakter Geltings beibehalten wird“, begründete Witte seine Ablehnung.Peter Herrmann

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