Millionenschwere Sanierungen

Bauausschuss des Kreistags erhält Überblick über Situation in Landkreisschulen

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Ob das Geretsrieder Gymnasium (Foto, oben), das Gabriel-von-Seidl-Gymnasium oder andere Schulen in Bad Tölz, Geretsried, Wolfratshausen oder Icking – dem Landkreis sind seine Schulen lieb und teuer. FOb das Geretsrieder Gymnasium (Foto, oben), das Gabriel-von-Seidl-Gymnasium oder andere Schulen in Bad Tölz, Geretsried, Wolfratshausen oder Icking – dem Landkreis sind seine Schulen lieb und teuer. 

Geretsried/Landkreis – Mit Schule verbindet jeder sein persönlichen Erinnerungen, die äußeren Gegebenheiten wie der Zustand der Klassenräume und der Gänge dürften dabei meist nur am Rande eine Rolle spielen. Für den Landkreis jedoch ist der Unterhalt seiner Schulgebäude zwischen Bad Tölz und Icking eine teure Pflichtaufgabe, wie die jüngste Sitzung des Schul- und Bauausschusses am Montag im Tölzer Landratsamt zeigte. Die größten Schulen in Obhut des Kreises sind die Realschule sowie das Gymnasium Geretsried.

Während die Grund- und Mittelschulen in der Trägerschaft der jeweiligen Gemeinden liegen, kümmert sich der Landkreis um die Staatliche Berufsschule mit zwei Gebäuden in Bad Tölz und einem in Wolfratshausen, um die Berufliche Oberschule Bad Tölz, die Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule, um das Tölzer Gabriel-von-Seidl-Gymnasium, ums Geretsrieder Schulzentrum und das Rainer-Marie-Rilke-Gymnasium Icking. Wie René Beysel vom Fachbereich Bauwesen und Technik im Tölzer Amt den Ausschuss-Mitgliedern berichtete, wurden für diese Einrichtungen in den vergangenen 15 Jahren über 106 Millionen Euro investiert, wobei im kommenden Zehn-Jahresplan weitere 90 Millionen vorgesehen sind, um die Gebäude auf dem neuesten Stand zu halten und auch energetisch zu sanieren. Insgesamt werden die genannten Schultypen von aktuell 7.500 Schülern besucht. Die Statistik der letzten 20 Jahre zeigte, dass der vor zwölf Jahren erreichte Höchststand an Schülern inzwischen kontinuierlich abnimmt. In den nächsten Jahren sei aber aufgrund der Neueinschreibungen an den Grundschulen wieder eine Steigerung zu erwarten. Zudem werden durch die Rückkehr zum neunstufigen Gymnasium wieder mehr Klassenräume benötigt. Wie Beysel im einzelnen erläuterte, wurden bei den Tölzer Berufsschulgebäuden in den letzten Jahren 5,4 Millionen Euro verbaut, der größte Faktor war der „Ersatzneubau für das Atrium“ an der Gudrunstraße. Noch immer ungeklärt ist dort, wie im kompletten Schulzentrum am Alten Bahnhof, die Parkplatzsituation, die in den letzten Jahren immer wieder ohne großen Lösungsansatz in den Kreisgremien diskutiert wurde. Bei der relativ neuen Schule BOS am Alten Bahnhof nannte Beysel als „ferneres Ziel“ in der Zehn-Jahres-Planung die Sanierung der Gebäudehülle. Das Großprojekt der letzten Jahre war die Generalsanierung des Tölzer Gymnasiums, wo jetzt noch die Pausenhofgestaltung ansteht.

52 Millionen fürs Geretsrieder Schulzentrum

Das Gymnasium Geretsried ist mit der benachbarten Realschule die größte Schule im Landkreis und wird dementsprechend in der noch laufenden Generalsanierung auch am meisten, nämlich 52 Millionen Euro, verschlingen. „Allerdings“, so Beysel, „werden dort allein 25 Prozent unserer Schüler unterrichtet.“ Erhebliche Baumaßnahmen in den letzten zehn Jahren gab es auch am nördlichsten Landkreis-Gymnasium, dem in Icking. Eine Mensa, ein Erweiterungsbau, Brandschutzeinrichtungen und ein Heizwerk wurden dort unter anderem errichtet. Auffallend, dass dort zahlreiche Schüler (60 Prozent) aus den Landkreisen Starnberg und München unterrichtet werden, wiewohl der Neubau des Grünwalder Gymnasiums (Kreis München) auch hier seit 2014 eine deutliche Entlastung brachte. Eine große Baumaßnahme in der letzten Zeit war die Teilgeneralsanierung der Real- und Förderschule Bad Tölz in Höhe von 3,9 Millionen Euro. Damit würden sich, so war im Schulausschuss bereits im Februar 2020 zu hören, die Gesamtkosten auf 15,8 Millionen Euro erhöhen. Hier konnte Beysel am Montag eine gute Nachricht vermelden.

Höhere Förderung fürs Tölzer Schulzentzrum

Da man beschlossen hatte, am 19. März eine erhöhte Förderung zu beantragen, bekommt der Landkreis über zwei Millionen mehr von der Regierung von Oberbayern. „Der Förderbescheid ist uns bereits am 31. März zugegangen, sehr ungewöhnlich“, so Beysel. Insgesamt bekommt der Kreiskämmerer nun fast 6,9 Millionen Euro. Die Nachfrage von Bernhard Simon (CSU) nach der Nachhaltigkeit von Dämm-Maßahmen an Gebäuden nahm Beysel zum Anlass, sich als „Freund von Sanierungen“ zu outen. Ziel sei es, die Stahlbeton-Substanz zu erhalten. Man könnte zwar alte Schulgebäude komplett „wegräumen“, doch dann entstünden hohe Kosten für die Bauschutt-Entsorgung, außerdem sei dann der hohe Energieaufwand, der für Betonbauten eingesetzt werden muss, verloren. Deshalb bemühe man sich im hiesigen Landkreis, Gebäude, die ihren Lebenszyklus erreicht hätten, durch Sanierungsmaßnahmen zu erhalten. Mit einher gehe natürlich eine energetische Verbesserung, zumal die gesetzlich vorgeschrieben sei, doch: „Die ist kein Selbstzweck“. Auch könne man nicht jede Baumaßnahme als energetische Maßnahme „verkaufen“. Sinnvoll sei es aber, bei neuen Fenstern auf Dreifachverglasung zu setzen, auch wenn sie teurer sei. Von „Styropor-Verpackungen“ wie 2011 in Icking halte man nach schlechten Erfahrungen nichts mehr. Als positives Beispiel nannte Beysel die Versorgung von acht Schulen im Tölzer Schulzentrum durch ein gemeinsames Heizwerk. „Früher gab es da acht Heizungen, für jedes Gebäude eine.“ bo

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