„Felder nicht mehr betreten“

Hundekot gefährdet Kälber

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So ist es mustergültig: Hund angeleint und auf dem ausgewiesenen Weg geblieben. Landwirte müssen immer öfter von Hundekot verdreckte Wiesen feststellen. Das kann fatale Folgen für Kälber haben.

Landkreis/Lenggries – Bei schönstem, frühlingshaften Wetter lockt es immer mehr Menschen in die freie Natur – oft entgegen der geltenden Ausgangsbeschränkungen. Doch unabhängig von den Gefahren des Corona-Virus gibt es noch einen weiteren Erreger, der sich somit verbreitet: Neospora caninum.

Über Hundekot auf den Feldern befällt er zunächst unbemerkt Kühe – und gefährdet dann deren Kälber. Mit einem klaren Appell richtet sich Josef Rauchenberger, Lenggrieser Ortsobmann vom Bayerischen Bauernverband, an die Öffentlichkeit: „Bitte unsere Flächen während der Nutzzeiten nicht betreten.“

Laut Rauchenberger appellierten die Landwirte vorrangig an die Hundebesitzer, sich an die gesetzlichen Regelungen im Bayerischen Naturschutzgesetz zu halten. Das bedeute, „dass unsere Flächen während der Nutzzeit nicht betreten werden dürfen und Spaziergänger – mit ihren Hunden – auf den vorhandenen Gehwegen bleiben sollen“. Rauchenberger unterstreicht seine Bitte damit, dass die Nutzzeit und Vegetation „bei uns im Landkreis dieses Jahr mit dem milden Frühjahr bereits begonnen hat“.

Keine Heilung für die Kuh

Genutzt würden die Felder oft bis Mitte November, „denn bis dahin können bei uns die Rinder auf den Wiesen weiden“. Insbesondere sei es wichtig, Hunde von Feldern fernzuhalten, denn die Hinterlassenschaften bereiteten den Bauern große Probleme. Viele wüssten nicht, dass von Hundekot verunreinigtes Futter zu Unfruchtbarkeit, Fehl- und Totgeburten bei den Tieren führen könne. „Ist der Hundekot mit dem Erreger Neospora caninum versehen und wird durch das Futter – egal ob in Form von frischem Gras, als Silage oder getrocknetem Heu – vom Rind aufgenommen, kann es zu Abgängen bei trächtigen Kühen kommen.“ Eine einmal erkrankte Kuh könne nicht geheilt werden. Wenn sie noch einmal trächtig werden sollte, „kann sie die Infektion an das ungeborene Kalb weitergeben.

Das Kalb ist dann ebenfalls Träger des Erregers. „So infiziert sich oft unbemerkt ein immer größerer Teil des Bestandes“, so Dr. Daniel Mehne vom Tiergesundheitsdienst Bayern. Und Rauchenberger ergänzt: „Schon einige Bauern im Isartal haben so schon ein unerträgliches Leiden ihrer Tiere mit ansehen müssen.“ Seine Bitte: Spaziergänger sollten die Hinterlassenschaften ihrer Hunde einsammeln und die Hundebeutel in Mülleimern entsorgen. tka

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