„Kritische Wohnungssituation“

Baugenossenschaft feiert Richtfest für drei Mehrfamilienhäuser

+
Zimmerer Thomas Gerg (2.v.l.), Bürgermeister Michael Müller (3. v. l.) und BG-Geschäftsführer Wolfgang Selig waren die Redner beim Richtfest an der Siebenbürger Straße.

Geretsried – 2016 stieg die Baugenossenschaft Geretsried (BG) nach über 20 Jahren mit ihrem Projekt am Schubertweg wieder in den sozialen Wohnungsbau ein. Etwa drei Kilometer weiter nördlich entstehen nun 49 weitere öffentlich geförderte Wohnungen an der Siebenbürgerstraße 29-31.

Die Baugenossenschaft Geretsried lud vor Kurzem rund 80 Projektbeteiligte zum traditionellen Richtfest ein. „Das Besondere ist: Wir bauen öffentlich geförderten Wohnraum!“, betonte BG-Geschäftsführer Wolfgang Selig. Die Kaltmieten für die zwischen 35 und 71 Quadratmeter großen Ein -bis Dreizimmerwohnungen liegen je nach Einkommen zwischen moderaten 5,50 und 7,50 Euro pro Quadratmeter.

„Wer sich in Geretsried ein wenig auskennt, weiß, dass bei Neubauwohnungen wie diesen hier, also barrierefreie Wohnungen mit Fußbodenheizung, Aufzug und Niedrigenergiestandard heute Quadratmetermieten von zwölf Euro und manchmal sogar mehr ganz normal geworden sind“, rechnete Selig vor. Den Bewohnern auf dem 3.584 Quadratmeter großen Grundstück stehen 62 Tiefgaragenstellplätze und drei Außen-Stellplätze zur Verfügung. Und für den Fall, dass dies immer noch nicht ausreichen sollte, baut die BG am benachbarten Rosenweg ein dreigeschossiges Parkdeck mit rund 100 überdachten Einstellplätzen. „Das wird die Parkplatznot in diesem Stadtteil dann hoffentlich dauerhaft entschärfen“, wünscht sich Selig. Läuft alles nach Plan sind die 46 barrierefreien und drei rollstuhlgerechten Wohnungen schon in diesem Herbst bezugsfertig. „Wir werden die Wohnungsnot in Geretsried damit nicht lösen“, räumte Selig ein. Dennoch sei das Projekt ein schöner Beitrag der Baugenossenschaft, die bereits 2016 nach über 20 Jahren mit der Errichtung von Wohnungen am Schubertweg wieder in den sozialen Wohnungsbau eingestiegen ist.

Vor dem Richtspruch des Lenggrieser Zimmerers Thomas Gerg bedankte sich Bürgermeister Michael Müller für das Engagement der Baugenossenschaft. „Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ist ein zentraler Eckpunkt der Stadtentwicklungspolitik“, betonte der Rathauschef. Dass die Nachverdichtung im Blumenviertel nicht jedem Anwohner gefalle, müsse seiner Ansicht nach hingenommen werden. „Geretsried ist in einer kritischen Wohnungssituation“, gab Müller zu bedenken.

Und da auch bei der Bebauung des Lorenz-Areals an der Banater Straße aufgrund zu erwartender Klagen von benachbarten Firmen noch mit Verzögerungen zu rechnen ist, erscheint das Projekt an der Siebenbürger Straße umso wichtiger. Zumal dort nun die Bewohner der Häuserzeile in der Egerlandstraße 54-78 umgesiedelt werden können. Diese Häuser sollen laut Selig ab November dieses Jahres abgebrochen werden.

Peter Herrmann

Auch interessant

Kommentare