Schöne Bescherung: Fünf Prozent für Anteilseigner

Baugenossenschaft Geretsried schüttet Dividende aus

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Das derzeit größte Bauvorhaben der Baugenossenschaft Geretsried liegt an der Sudetenstraße.

Geretsried – Ulrich Schölderle, Aufsichtsratsvorsitzender der Baugenossenschaft Geretsried (BG), berichtete bei der Vertreterversammlung in den Ratsstuben stolz über eine hohe Eigenkapitalquote und die Ausschüttung einer Dividende von fünf Prozent am 4. Dezember.

Zudem kündigte Geschäftsführer Wolfgang Selig an, dass in den kommenden fünf Jahren 13,64 Millionen Euro in die Sanierung des Häuserbestands investiert werden. Das Neubauvorhaben an der Sudetenstraße ist das umfangreichste Projekt, dass die Baugenossenschaft je geplant hat. „Die 58 barrierefreien Wohnungen und vier bis fünf Geschäfte werden wohl erst 2014 fertiggestellt sein“, schätzt Selig. Sehr zufrieden äußerte sich der Geschäftsführer über die Vermögens- und Ertragsentwicklung der BG. So konnten nicht nur alle Zahlungsverpflichtungen problemlos erfüllt werden, sondern nach Abzug der gesetzlichen Rücklage auch ein Bilanzgewinn von 803.448,54 Euro erwirtschaftet werden. Fünf Prozent werden an die Anteilsnehmer als Dividende ausgeschüttet. Insgesamt verwaltet die BG derzeit 2.087 Wohnungen in 268 Häusern – darunter 37 gewerbliche Einheiten. Für die Instandhaltung und Modernisierungen werden bis 2017 13,64 Millionen Euro aufgewendet. Dabei gilt das Hauptaugenmerk der energetischen Sanierung. „Dadurch senken wir nicht nur die Nebenkosten für die Mieter, sondern reduzieren unseren CO2-Ausstoß auch um 40 Prozent. Im Vergleich zu 2004 jagen wir heute 50 Tonnen weniger durch die Schornsteine“, erklärte Selig. Die Finanzierung aller Maßnahmen sei gesichert, hänge aber stark von der politischen Entwicklung bei den Förderprogrammen der Kreditanstalt für Wiederaufbau ab. Zudem könne sich die geplante Verschärfung der Energieeinsparverordnung negativ auf das Investitionsprogramm auswirken. Für Verwirrung sorgten indes die Ergebnisse einer Bertelsmann-Studie, die bis 2030 einen leichten Bevölkerungsrückgang für Geretsried prognostiziert. „Warum wird dann in Geretsried so viel gebaut“, wollte FW-Stadtrat Manfred Freiseisen wissen. Und Bürgermeisterin Cornelia Irmer zweifelte die Verlässlichkeit dieser Studie an: „Solche Studien beruhen auf den Zahlen der Vergangenheit und berücksichtigen nicht aktuelle oder zukünftige Entwicklungen wie die bevorstehende S-Bahn-Verlängerung.“ Bemerkbar mache sich zudem, dass für alle Sanierungen am Johannisplatz und im Blumenviertel Ende 2013 die öffentliche Förderung ausläuft und Wohnungen aus der Sozialbindung herausfallen. Mit einer Eigenkapitalquote von derzeit 42 Prozent könne sich die Baugenossenschaft indes gut behaupten. „Die vielen Banken, die derzeit versuchen, ihr Eigenkapital aufzustocken, wären auf so eine gute Quote sicher neidisch“, so Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Schölderle. Peter Herrmann

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