Wohnungsnot im Fokus

Baugenossenschaft sieht akuten Handlungsbedarf

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Wollen weitere Wohnungen schaffen (v. l.): Aufsichtsratsmitglied Thomas Grauel, die Vorstandsmitglieder Josef Wehbe, Winfrid Borcherdt, Aufsichtsratsvorsitzender Christian von Stülpnagel, sowie die Aufsichtsratsmitglieder Dieter Scheller und Ralf Langnickel.

Wolfratshausen – Vor 71 Jahren gründete sich die Baugenossenschaft Wolfratshausen (BGW) und bietet seither günstigen Wohnraum an. Doch dieser wird zusehends knapp. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Veranstaltungssaal der Sparkasse berichteten die Vorstandsmitglieder über bereits erfolgte Aktivitäten und forderten weitere Maßnahmen.

„Die Baugenossenschaft hat das Jahr 2018 mit einem guten Ergebnis abgeschlossen“, betonte Aufsichtsratsvorsitzender Christian von Stülpnagel. BGW-Vorsitzende Britta Wurm belegte diese Aussage anhand von erfreulichen Zahlen. Demnach betrug der durchschnittliche Quadratmeterpreis in den BG-Wohnungen im vergangenen Jahr 6,76 Euro und liegt damit weit unter der ortsüblichen Miete. Die derzeit 638 Mitglieder der Baugenossenschaft erhalten für das abgelaufene Jahr vier Prozent Dividende, die Mieteinnahmen haben sich nur geringfügig auf derzeit 3,57 Millionen Euro erhöht. Der gesamte Vermögenswert der BGW, also der Wert aller Anlagen, Häuser und Grundstücke, beläuft sich auf 35,08 Millionen Euro. Das Eigenkapital stieg innerhalb eines Jahres von 13,7 auf 14,4 Millionen Euro. „Dies ist ein Wert, mit dem wir sehr zufrieden können“, hob Wurm hervor. Sorgen bereitet ihr dagegen nach wie vor die sich verschärfende Wohnungsnot. „Die Fehler des Staates und damit auch der Kommunen, in den vergangenen Jahren nicht genug geförderte Wohnungen geschaffen zu haben, fällt uns heute auf die Füße und lässt sich nicht innerhalb kürzester Zeit ausbügeln“, glaubt die BGW-Vorsitzende. Derzeit sind von den 471 Wohnungen der Baugenossenschaft 156 sozialgebunden. 207 Wohnungssuchende sind vorgemerkt. Um dem Bedarf gerecht zu werden, sei eine gezielte Förderung durch Bund, Land und Kommunen notwendig. „Der Wohnungsmangel lässt sich nur durch den Bau von weiteren Wohnungen beseitigen“, stellte Wurm fest. Enteignungen von Wohnungseigentümern, wie sie Robert Habeck von den Grünen gefordert hatte, sind ihrer Einschätzung nach kein angemessenes Mittel.

Mit Stolz verwies Vorstandsmitglied Josef Wehbe auf das begonnene BGW-Bauprojekt an der Blombergstraße, Dort sollen bis 2022 insgesamt 63 neue einkommensgeförderte Wohnungen entstehen. Viel Geld investierte die BGW auch in die Fassadensanierung am Poignring 1, 3 und 5 sowie in die Tiefgaragensanierung am Waldrand 28 und 30. Zur aktuellen Grundsteuer-Gesetzesänderung, die wahrscheinlich ab 2020 in Kraft tritt, äußerte sich BGW-Vorstandsmitglied Winfrid Borcherdt. „Wir appellieren an die Stadt Wolfratshausen, sich an die Zusage der öffentlichen Hand zu erinnern und gegebenenfalls mit Änderungen des Hebesatzes zu erreichen, dass die Grundsteuer in derselben Höhe verbleibt wie bisher“, wünscht sich Borcherdt. Am Ende der Jahreshauptversammlung wählten ihn die Mitglieder zusammen mit Josef Wehbe erneut in den Vorstand der BGW.Peter Herrmann

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