Klein, aber oho

Bauherr Johannes Tien präsentiert Modell und Details seines geplanten Hotels „Bergeblick“

Miniatur-Hotel: Investor Johannes Tien präsentiert das von seinem Sohn angefertigte Modell des Bauprojekts „Bergeblick“ in Bad Tölz.
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Miniatur-Hotel: Investor Johannes Tien präsentiert das von seinem Sohn angefertigte Modell des Bauprojekts „Bergeblick“ in Bad Tölz.

Bad Tölz – Im Frühjahr 2023 soll das Hotel Bergeblick auf der Wackersberger Höhe eröffnet werden. Ein strammer Zeitplan, den sich Investor Johannes Tien zusammen mit den Dietramszeller Architekten Beham gesetzt hat.

Zunächst muss der eigentliche Bauantrag den Stadtrat passieren und vom Landratsamt genehmigt werden, dann könnten die Erdarbeiten beginnen.

Der Stadtrat hatte in seiner jüngsten Sitzung den Bebauungsplan „Wackersberger Höhe“ mehrstimmig als Satzung beschlossen. Der war zuvor dreimal ausgelegt worden – die eingegangenen Bedenken hatten nicht dazu geführt, das dort vorgesehene Naturhotel mit maximal 100 Betten und zusätzlichen Lodges abzulehnen. Allerdings votierten in der Sitzung neun von 23 Stadträten gegen das Projekt des seit 15 Jahren in Wackersberg wohnenden Unternehmers Tien. Dies waren neben der Grünen-Fraktion die CSU-Stadträte Gabriele Frei, Julia Dostthaler, Anton Mayer sowie Christof Botzenhart.

Grünen-Fraktionssprecherin Johanna Pfund hatte zuvor bedauert: das Hotel werde nicht auf innerstädtischen Flächen realisiert und bemängelte: „ Oben auf der Wackersberger Höhe gibt es keine Anbindung an Tölz“.

Zum Ortstermin mit dem GelbenBlatt hat Investor Tien ein Modell des künftigen Gebäudes mitgebracht. Es zeigt ein lang gestrecktes Gebäude, das von einem Holzgerüst umspannt ist. Sein Konzept hat Tien mittlerweile etwas modifiziert: statt acht Chalets sind nun drei Lodges mit jeweils etwa 30 Quadratmetern vorgesehen. „Von den Chalets habe ich mich verabschiedet“, sagt Tien, der Begriff sei in der Debatte über sein Hotel „negativ besetzt“.

Wegen der Vorhalte gegen das Projekt hatte die Stadt auf Antrag der Grünen Ende vorigen Jahres mit dem Investor einen städtebaulichen Vertrag geschlossen, um Fragen wie gestalterische Eckpunkte, die Mindestzahl der Betten, den zeitlichen Ablauf der Bauarbeiten, eine Rückfallregelung und ein Betreiberkonzept zu regeln.

Am Hauptgebäude hat sich nichts geändert: Das Hotel soll etwa 40 Doppelzimmer von je 25 Quadratmetern Größe, zwei Suiten mit je 35 Quadratmetern umfassen und eine „Sundowner-Lounge“. Der Gast soll beim Betreten der modern und zweckmäßig eingerichteten Quartiere einen freien Blick auf die Berge haben. Geplant sind zudem eine zentrale Küche und im obersten Stockwerk – eine Betreiberwohnung für Tien selbst. Die Zufahrt zum Hotel erfolgt von der Wackersberger Straße aus, vorbei an einem Carport und einer Reinigungsstation für Räder und Schuhe. Ebenso im Plan vorgesehen, eine Tiefgarage unter dem Hotel.

Naturhotel mit Schwimmteich und Sauna

Das Hauptgebäude beinhaltet auf der Rückseite auch einen Beauty- und Wellnessbereich. In südlicher Richtung ist ein Sauna­bereich am Wald vorgesehen. Westlich soll es einen Schwimmteich mit Blick auf die Berge geben.

Der Investor hat sich zwischenzeitlich von der Firma Treugast eine Standort-Analyse anfertigen lassen. Die dem Projekt, das kein Stadt-, sondern ein Naturhotel sein will, gute Chancen einräumt. Kritik gab es in der Vergangenheit den Gästen „nur“ Frühstück anzubieten und abends auf die umliegende Gastronomie zu verweisen. Daran hält Tien fest. So ist die zentrale Küche inmitten des 60 Personen fassenden Frühstücksraums vorgesehen. Dort bestehe auch die Möglichkeit, Speisen liefern zu lassen. Dennoch möchte er seine Gäste animieren, zu Fuß, mit dem E-Bike, Shuttle-Bus oder Taxi die nahen Gaststätten aufzusuchen.

Hotelprojekt kostet zehn Millionen Euro

Mindestens zehn Millionen Euro dürfte der Bau auf dem für Tourismus gewidmeten Grundstück kosten. Zunächst werde die Stadt einen Abwasserkanal in Richtung Tölz errichten, außerdem müssen Strom-, Wasser- und Gasanschlüsse erfolgen. Das anfallende Regenwasser soll nicht in Richtung Stadt abgeleitet werden, sondern auf dem Grundstück versickern. Entsprechend gefiltert komme es im Schwimmteich auf der Westseite zum Einsatz, so Tien.

Sollte sich das „Bergblick“ als der erhoffte Gästemagnet erweisen, bestehe nach Süden hin noch eine Erweiterungsmöglichkeit. Auch ein Kiosk entlang der Straße nach Wackersberg könnte Wanderer und Spaziergänger einladen, eine kurze Pause zu machen.

Tien zeigt sich flexibel, was die Entwicklung des Projekts anbelangt. Sicher kann er heute schon sein: der gewählte Standort mit Blick auf Blomberg und Benediktenwand ist ein Plus, das kein innerstädtischer Standort erreichen würde. Karl Bock

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