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Baumpflegemaßnahmen im Tölzer Stadtgebiet - 50 Bäume müssen weichen

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Von: Viktoria Gray

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Über die städtischen Baumpflegearbeiten klärten (v.l.) Bürgermeister Ingo Mehner, Baumkontrolleur Simon Behmenburg sowie der Leiter des städtischen Betriebshofs, Florian Schallhammer, im Tölzer Rathaus auf.
Über die städtischen Baumpflegearbeiten klärten (v.l.) Bürgermeister Ingo Mehner, Baumkontrolleur Simon Behmenburg sowie der Leiter des städtischen Betriebshofs, Florian Schallhammer, im Tölzer Rathaus auf. © Gray

Bad Tölz – Zu den Aufgaben der Stadtverwaltung gehört auch die Pflege der weit über 7.000 Bäume, die auf dem Tölzer Stadtgrund stehen. Warum derzeitig und in naher Zukunft immer wieder Baumfällungen- und Pflegearbeiten der Pflanzenriesen anstehen, erklärte die Stadt jüngst beim Pressetermin im Rathaus.

„Wir haben über 7.000 Bäume im Stadtgebiet. Das ist wirklich eine ganze Menge“, erklärte Rathaus-Sprecherin Birte Otterbach. Dabei würde es sich aber nur um Bäume auf öffentlichen Grund im Stadtgebiet handeln. Weder die Bäume auf städtischen Waldflächen, noch die auf privaten Grundstücken werden bei dieser Anzahl berücksichtigt.

Um diese Vielzahl und Vielfalt an Bäumen zu pflegen und zu beobachten, beschäftigt die Stadt bereits seit Mai 2021 durch Simon Behmenburg. Als Baumkontrolleur muss er die Bäume vom Wurzel- bis zum Kronenbereich beurteilen und entscheiden, wann ein Baum gefällt werden muss. Aktuell seien 1.700 Bäume von Pflegemaßnahmen betroffen, gefällt werden müssen 50.

„Extremen nehmen zu“

Der Fachagrarwirt für Baumpflege sieht für den erhöhten Pflegebedarf vor allem einen Grund: den Klimawandel. „Die Extremen nehmen einfach zu. Die starken Winde und Stürme, die Hitzewellen, dass ist immer eine Gefährdung für Bäume“, sagte Behmenburg.

Viele Bäume hätten heutzutage auch mit Krankheiten zu kämpfen. Als repräsentatives Beispiel nannte er das Eschentriebssterben. Von der Pilzerkrankung seien fast alle Eschen betroffen, die in der Stadt stehen. Bei denen, die an der Isarpromenade stehen, könne man die Krankheit unter anderem an den lichten Baumkronen erkennen. Langfristig sei es demnach nicht ausgeschlossen, dass bei Neupflanzungen Alternativen gesucht werden müssen.

Trotzdem versucht die Stadt immer, den Bäumen eine zweite Chance zu geben. So gibt der Baumkontrolleur kranken Bäumen oft noch ein Jahr und schaut erst dann, ob diese dann wirklich gefällt werden müssen. „Fällen ist wirklich immer erst die letzte Option“, betonte auch Otterbach.

Zwischen der Verkehrssicherungsplicht und Baumschutz

Aber nicht nur die Erwärmung der Erde sorgt für aufwändige Baumpflegeaktionen. Auch die Verkehrssicherungspflicht spielt eine wichtige Rolle. Wie sich der Leiter des städtischen Betriebshofs, Florian Schallhammer, erinnert, sei die Problematik einen guten Ausgleich zwischen der Verkehrssicherungsplicht und dem Baum- und Naturschutz zu finden, „immer schon ein heikles Thema“ gewesen.

„In der Stadt dürfen weder Personen noch Sachen durch Bäume verletzt werden“, betonte auch Bürgermeister Ingo Mehner. Die Anforderungen in diesem Bereich seien sehr angestiegen. Umso wichtiger sei daher die Stelle des Baumkontrolleurs. „Früher hat man damit immer externe Berater beauftragt“, sagte Schallhammer.

Baumschutz und Pflegearbeiten lässt sich die Stadt außerdem einiges kosten. „Auch wenn der Haushalt noch nicht fertig ist, können wir sagen, dass sich die Kosten für die Baumpflegearbeiten im sechsstelligen Bereich bewegen werden“, erläuterte Mehner weiter.

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