„Festhalten, was verbindet“

Bayerische Demenzwoche: Ärztlicher Kreisverband berichtet über die Krankheit

Ein alter Herr und eine ältere Dame.
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Demenzerkrankungen sind bisher nicht heilbar. Rund zwei Drittel der Betroffenen sind an einer Alzheimer-Demenz erkrankt. (Symbolbild)

Region – „Mit dem Motto „Festhalten, was verbindet“ findet vom 17. bis 26. September 2021 die zweite Bayerische Demenzwoche statt, veranstaltet vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege.

Die Alzheimer-Krankheit, benannt nach dem Psychiater Alois Alzheimer, führt dazu, dass in bestimmten Bereichen des Gehirns allmählich Nervenzellen und Nervenzellkontakte absterben und der Betroffene dement wird.

„Die Demenz zählt zu den häufigsten Gesundheitsproblemen im höheren Lebensalter und kann jeden von uns treffen“, erklärt Dr. med. Andreas Lang, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Bad Tölz-Wolfratshausen. Deshalb sollte man sich aktiv mit diesem Thema befassen. Derzeit leben nach Angaben des Staatsministeriums in Bayern mehr als 240.000 Menschen mit einer Demenzerkrankung, davon sind etwa 70 Prozent Frauen.

Durch eine demenzielle Erkrankung verschlechtere sich zunehmend die geistige Leistungsfähigkeit, das heißt, Gedächtnis, Denkvermögen, Orientierung, Auffassungsgabe, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen im Sinne der Fähigkeit zur Entscheidung lassen nach. Demenzerkrankungen sind bisher nicht heilbar. Rund zwei Drittel der Betroffenen sind an einer Alzheimer-Demenz erkrankt. Sie ist die häufigste Form einer demenziellen Erkrankung.

Auch in den Kinos wird das Thema Demenz aufgegriffen: In der Verfilmung des Theaterstücks „Der Vater“ von Florian Zeller, einem renommierten Dramatiker Frankreichs, spielt Anthony Hopkins einen demenzkranken Mann. Der Film heißt „The Father“ und läuft unter anderem im Kino Wolfratshausen.

„Bei den Betroffenen löst die Diagnose Demenz häufig Angst aus, die Selbstständigkeit zu verlieren“, erläutert Dr. Lang. Das sei auch eine große Herausforderung für unterstützende Angehörige und Bekannte. Mit Demenzerkrankten zu kommunizieren, sei oft nicht leicht. Das Umfeld sollte daher viel Geduld und Verständnis aufbringen und behutsam auf die Verhaltensänderungen reagieren.

Anerkennende und beruhigende Worte wirkten dabei stressmindernd und gäben Menschen mit Demenz Sicherheit. Konfrontation und Ungeduld bewirkten das Gegenteil und verstärkten Ängste und Aggressionen.

„Demenz ist zwar nicht heilbar, man kann allerdings das Erkrankungsrisiko verringern. Zum Beispiel durch geistige, körperliche und soziale Aktivitäten, eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, fett- und cholesterinarme Ernährung sowie die ärztliche Behandlung von Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Diabetes Mellitus“, erklärt Dr. Lang.

Wichtig sei im Verdachtsfall eine sorgfältige Diagnose durch einen Arzt, bei der der körperliche und geistige Gesundheitszustand untersucht werde. Das sei die Grundlage für eine gezielte Behandlung und eine wichtige Voraussetzung für die weitere Lebensplanung. Weitere Infos: www.demenzwoche.bayern.de und auf www.deutsche-alzheimer.de. red

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