Bergwacht fordert Bergverzicht

Bergwacht Bayern warnt vor Ansteckungsrisiko / Lenggrieser Bergretter ziehen Winterbilanz

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Der Stützpunkt der Bergwachten Lenggries und Bad Tölz am Brauneck.

Landkreis/Lenggries – Während die regionalen Bergretter ihre Saison am Berg beenden und Bilanz über die vergangenen Monate ziehen, meldet sich nun auch die Bergwacht Bayern: Sie fordert alpine Freizeitsuchende auf, derzeit nicht in die Berge zu gehen. Da mögliche Einsätze zu Coronazeiten zusätzlich das Gesundheitssystem belasten.

Die Bergwacht Lenggries hat ihre Wintersaison beendet: Von nun an wird der Bereitschaftsdienst vom Rettungsstützpunkt im Zentrum von Lenggries abgeleistet. Sowohl die Bergwacht als auch die Hauptamtlichen Retter der Skiwacht transportierten nach der Schließung des Skigebiets ihr Material ins Tal. Trotz der vergleichsweise kurzen Dauer des Winters, lag die Einsatzzahl bei 132, knapp 100 weniger als im schneereichen Vorjahr. Diese Vielzahl an Einsätzen wurde von den Bergwacht Bereitschaften Lenggries, Bad Tölz, Wolfratshausen und München bewältigt.

Knie am meisten betroffen

Insgesamt neun davon durch die Rettungshubschrauber Christoph Murnau und Christoph 1 aus München. Prozentual traten Knieverletzungen mit knapp 38 Prozent am Häufigsten auf, gefolgt von Frakturen der Oberen, sowie Unteren Extremitäten (19 Prozent). Der Schulterbereich war in zwölf Prozent der Fälle betroffen, besonders häufig in Form einer Luxation oder einer Fraktur des Schlüsselbeins.

Die gleiche Anzahl gab es bei Verletzungen der Wirbelsäule und dem Kopf. Hierbei handelte es sich hauptsächlich um Gehirnerschütterungen und Platzwunden.

Sonstige Verletzungen wie beispielsweise stumpfe Bauchtraumen oder Schnittverletzungen lagen dagegen bei rund 19 Prozent.

„Glücklicherweise waren Kollisionen und Unfälle unter Alkoholeinfluss statistisch nicht relevant“, berichtet Lenggries Bergwachtsprecherin Lina Feile. Mit der erfolgreichen Versorgung aller Patienten wird die Wintersaison nun abgeschlossen. „Die Bergwacht Lenggries möchte sich noch im Namen aller Mitglieder für die gute Zusammenarbeit mit den Bergwachten Bad Tölz, Wolfratshausen und München bedanken, sowie bei der Brauneck Bergbahn und der Liftgemeinschaft.“

„Bleibt‘s Dahoam: der Berg rennt nicht weg“

Die Bergwacht Bayern ruft Wanderer, Ausflügler und Bergsteiger dazu auf – Zuhause zu bleiben. Auch wenn derzeit der Frühling bemerkbar wird, das Wetter mit guter Fernsicht lockt. „Das noch so kleine Risiko am Berg, wird so zum Risiko für uns alle“, betont Roland Ampenberger, Pressesprecher der Bergwacht Bayern. Und meint damit die Bergretter, Hubschrauberbesatzung und das Krankenhauspersonal. Und: „Für alle Menschen in unserem Land“, sagt er weiter.

Da die Wahrscheinlichkeit, bei einem Einsatz, mit einem Infizierten in Kontakt zu kommen täglich steige. Und bekanntermaßen müssen in diesem Fall alle Beteiligte in häusliche Quarantäne und fallen somit für zwei Wochen für die Bergrettung sowie für den ärztlichen Dienst aus. „Je mehr Leute jetzt in die Berge gehen, desto größer wird das Risiko für die Rettungseinsätze.“

Bilanz der bayrischen Bergretter

In den bayerischen Alpen und den Mittelgebirgen gab es in der vergangenen Woche mehrere Rettungsaktionen von Wanderern, Mountainbikern, Gleitschirmfliegern und auch von größeren Gruppen die blockiert vom Berg geholt werden mussten. Das alles widerspricht dem großen Ziel, dem sich im Moment alles unterordnet _ unserer Gesundheitssystem zu entlasten. Die Bergwacht Bayern ruft daher alle Bergfreunde zum gemeinsamen Verzicht auf Wander-, Berg- und Skitouren auf. „Gebt den Rettern, Ärzten und Pflegern Kraft und bleibt zu Hause“, betont Ampenberger. dwe

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