Beschäftigte der Schraubautomatenfirma fordern 6 % mehr Lohn

Warnstreik bei Weber

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Rote Gewerkschaftsfahnen wehten im Rahmen eines halbstündigen Warnstreiks am Werkstor der Schraubautomatenfirma Weber.

Wolfratshausen – Die IG Metall fordert für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie sechs Prozent mehr Lohn sowie das Recht, dass einzelne Mitarbeiter ihre Arbeitszeit befristet auf bis zu 28 Stunden pro Woche reduzieren können. Um diese Forderungen durchzusetzen, entschlossen sich am Donnerstag rund 50 Mitarbeiter der Schraubautomatenfirma Weber zu einem Warnstreik.

Udo Schulz, Fachsekretär bei der IG Metall Weilheim, erklärte in einer kämpferischen Rede, dass die Schichtarbeiter, Eltern oder Pflegende während der befristen Arbeitszeitverkürzung zudem einen Ausgleich für ihren Lohnausfall erhalten sollen. Die Arbeitgeber haben bisher indes „nur“ zwei Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung von 200 Euro angeboten.

Udo Schulz reicht das nicht aus. „Der Wirtschaft geht es so gut wie nie und die Arbeitnehmer spüren nichts davon“, klagte er. Bereits am Montag erfuhr Schulz bei einem Gespräch mit dem Betriebsrat der Firma Weber, dass deren Auszubildende nur befristet übernommen werden. „Wer Fachkräfte gewinnen will, muss ihnen Arbeitszeiten anbieten, die zu ihrem Leben passen“, forderte Schulz weiter.

Christian Bindl, Betriebsseelsorger beim Erzbistum München und Freising, sieht das genauso. „Wir leben in einer Zeit, in der sich Privatleben und Familie immer schwerer vereinbaren lassen“, glaubt er. Dass die Deutschen im Jahr 1825 noch 82 Stunden und 1950 immerhin noch 48 Stunden pro Woche im Schnitt gearbeitet haben, erwähnt er nicht. Von der Tatsache, dass die Forderungen der IG Metall auch in vielen anderen Branchen schwer durchsetzbar erscheinen, lassen sich die Gewerkschaftsvertreter ohnehin nicht beirren.

Jürgen Wieder, Betriebsratsvorsitzender bei Weber, glaubt sogar, dass auch die Arbeitgeber von einem neuen Tarifvertrag profitieren könnten. „Die vorgeschlagenen Änderungen werden zuerst immer scharf kritisiert“, sagte er. „Erst nach dem Abschluss merken die Arbeitgeber, dass die neuen Regelungen auch für sie gut sind“. Udo Schulz rechnet damit, dass sich die Tarifverhandlungen wohl noch mehrere Wochen hinziehen werden. Peter Herrmann

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