Bessere Aufklärungsrate

Sicherheitsbericht der Polizeiinspektion Geretsried für 2019 vorgestellt

Franz Schöttl, Leiter der Polizeiinspektion Geretsried (2.v.l.), überreichte den aktuellen Sicherheitsbericht an (weiter v.l.) die Bürgermeister Michael Müller (Geretsried), Rainer Kopnicky (Königsdorf) sowie Josef Hauser (Dietramszell).

Königsdorf/Geretsried – Kein Anstieg der Straftaten, dafür eine Verbesserung der Aufklärungsrate. So lässt sich der Sicherheitsbericht für 2019 zusammenfassen, den Franz Schöttl, Leiter der Polizeiinspektion Geretsried, nun an die Bürgermeister Michael Müller (Geretsried), Rainer Kopnicky (Königsdorf) sowie Josef Hauser (Dietramszell) überreichte.

Alljährlich gibt es seitens der Polizei einen Überblick auf die Sicherheitslage, heuer im Rathaus Königsdorf. Coronabedingt konnte dieser Austausch erst deutlich später als ursprünglich geplant angesetzt werden.

„Im Jahr 2019 blieb die Zahl der Straftaten im Bereich der Polizeiinspektion Geretsried nahezu unverändert“, so erster Polizeihauptkommissar Schöttl. Insgesamt wurden 1.369 Straftaten (2018: 1.370) in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfasst.

Die Aufklärungsquote konnte im Jahr 2019 von 69,7 Prozent (2018) auf erfreuliche 74,9 Prozent verbessert werden. Die Häufigkeitszahl, welche eine Vergleichbarkeit unterschiedlich großer Städte und Gemeinden in Bezug auf die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung ermöglicht, lag bei 4.046 pro 100.000 Einwohner – „ein leichter Rückgang von 52 im Vergleich zum Vorjahr“, erklärte der Inspektionsleiter.

Im vergangenen Jahr konnten insgesamt 709 Tatverdächtige ermittelt werden. Hierunter befanden sich 245 (2018: 252) ausländische Tatverdächtige. Der Anteil der minderjährigen und heranwachsenden Täter sank von 189 auf 161 Fälle. Die Delikte des Bereichs Gewaltkriminalität (Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub, räuberische Erpressung, sowie gefährliche und schwere Körperverletzung) gingen von 54 (2018) auf nun 38 Delikte zurück, was einem Rückgang von 29,6 Prozent entspricht. Bei den Rohheitsdelikten (Raubdelikte, einfache, gefährliche und schwere Körperverletzungen, sowie erpresserischen Menschenraub) gab es einen Rückgang um 8,5 Prozent – die Fälle sanken von 293 auf 268. Zugenommen haben Sexualdeliktem um 26,7 Prozent, die Fallzahl stieg dabei von 15 auf 19. Der Anstieg im Deliktsbereich der Sexualdelikte ergibt sich laut Schöttl durch eine strafrechtlich relevante Chatnachricht, welche von mehreren beschuldigten Personen versendet wurde.

Weniger Delikte hingegen zählte Schöttl bei der Straßenkriminalität auf, wo die Fallzahl von 220 auf 188 sank, einem Minus von 14,5 Prozent. Dafür gab es 34,6 Prozent mehr Eigentumsdelikte: Die Fallzahl stieg hier von 283 in 2018 auf 381 in 2019. Erfreulich, dass die Rauschgiftdelikte von 144 (2018) auf 99 (2019) sanken: Ein Minus von 31,3 Prozent. Und ein Minustrend auch beim Vandalismus, wo es 2019 125 Anzeigen gab, 2018 waren es noch 203.

Bitter: „Im vergangenen Jahr kam es in 36 Fällen zu Gewalt gegen Polizeibeamte im Bereich der Polizeiinspektion Geretsried. Im Vergleich zum Jahr 2018 ist dies eine erneute Steigerung um sieben Fälle“, erklärte Schöttl. Vorwiegend kam es dabei zu Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigungen. Es mussten aber auch sechs leicht verletzte Einsatzkräfte beklagt werden.

Eine leichte Zunahme gab es bei den Verkehrsunfällen. Die Zahl stieg 2019 im vergleich zu 2018 von 922 auf 961. „15 Prozent der registrierten Verkehrsunfälle waren mit Personenschaden“, erklärte Schöttl. Dabei musste 2019 eine verkehrstote Person beklagt werden. Die Anzahl der erfassten Verkehrsunfallfluchten stieg um 14,7 Prozent von 211 (2018) auf 242 dieses Jahr. Die Hauptunfallursachen waren im Jahr 2019 hauptsächlich Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren und Ein- und Ausfahren, sowie ein ungenügender Sicherheitsabstand.

Auf drei besondere Ereignisse verwies Schöttl für den Berichtszeitraum.

So wurde im Februar 2019 wurde in Geretsried nach aufwendigen Ermittlungen eine konspirative Wohnung durchsucht, in der zwei je zwölf Quadratmeter große Indoorzelte für den Cannabisanbau mit zum Teil noch verbauter Technik sowie bereits abgeerntete Pflanzen aufgefunden werden konnte. Durch die Auswertung von zuvor sichergestellter Beweismittel, erhärtete sich der Verdacht gegen zwei Geretsrieder, die einen Anbau in größerem Stiele betrieben.

Und Ende Februar war es in der katholischen Kirche in der Johann-Sebastian-Bach-Straße in Geretsried zu mehreren kleineren Brandstiftungen gekommen. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde eine Observation der Kirche veranlasst. Hierbei konnte der Verursacher, ein zehnjähriger Bub, auf frischer Tat ertappt werden. Er wurde im Anschluss an seine Eltern übergeben. „Es entstand kein nennenswerter Sachschaden, dennoch musste doch von einer enormen Brandgefahr ausgegangen werden, wenn die Zündeleien nicht frühzeitig entdeckt worden wären“, so Schöttl.

Und am 25. September kam es bei routinemäßigen Arbeiten auf dem Werksgelände der Firma Pulcra Chemicals zu einem unkontrollierten Austritt des Gefahrstoffs Propylenoxid. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften der Feuerwehr und Polizei konnte die Lage bewältigen: So wurde vorsorglich ein Gefahrenbereich ausgewiesen, indem sich auch eine Schule und eine KITA befanden. Polizeikräfte sperrten diesen Bereich ab. Durch technische Sicherungsmaßnahmen konnte der Gefahrstoffaustritt eingedämmt und schließlich das Leck verschlossen werden. Es entstand kein Personen- oder Sachschaden.tka

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