Monatsversammlung der Bürgervereinigung Wolfratshausen

Für die Rettung des Ascholdinger Bades

+
Will sich für die Rettung des Ascholdinger Hallenbades einsetzen: Bürgermeister Helmut Forster.

Wolfratshausen – Rathauschef Helmut Forster ist entsetzt über das kürzlich angeregte Bürgerbegehren, mit dem Wolfratshausen dazu gezwungen werden könnte, sich am Bau und Unterhalt eines Hallenbades in Geretsried zu beteiligen.

Dass er die Initiative für „sehr bedenklich“ hält, betonte er jüngst bei der Monatversammlung in der Flößerei.

„Wir können voll ins Messer laufen. Das ist den Initiatoren des Bürgerbegehrens entweder egal oder sie denken nicht daran“ sagte Forster und verwies auf die noch vielen offenen Fragen im Zusammenhang mit einer Bad-Beteiligung. Wer ist Eigentümer, wer Bauherr? Was geschieht, wenn Sanierungen nötig werden – in welchem Umfang müsste sich Wolfratshausen daran beteiligen? Würde man ein Mitspracherecht bei der Belegung haben? Was, wenn die Investitionskosten doch die Toleranzspanne einer 15-prozentigen Steigerung überschreiten? Was passiert, wenn der Kreistag im Februar 2013 entscheiden sollte, nicht mitzumachen? Das alles seien Forster zufolge nur einige der offenen Punkte. Diese vor einer Entscheidung nicht klären zu lassen, bezeichnete er als „grob fahrlässig“. Außerdem würden die jährlichen Betriebskosten die Stadtkasse „enorm belasten“. Hier erwartet Forster, dass diese sich im Laufe der Zeit noch deutlich erhöhen würden. Dass Wolfratshausen auf Geretsried „neidig“ sei, bezeichnete er erneut als „kompletten Blödsinn“. „Ich finde es toll, dass Geretsried ein Bad bauen will.“ Doch müsse der Flößerstadt das Recht zugestanden werden, frei über eine Beteiligung zu entscheiden. Deswegen sei die Entwicklung mit dem Bürgerbegehren „dramatisch“. Sollte ein solches die Stadt tatsächlich zum Mitmachen „zwingen“, sei das mit Blick auf die finanzielle Situation der Stadt „unverantwortlich“. Forster gab zudem zu bedenken, dass wichtige Zuschüsse wegfallen würden, sollte der Kreistag sich für den Bau einer Dreifachturnhalle in Geretsried und gegen ein Schwimmbad entscheiden. Darüber hinaus sei bislang unklar, was eine Beteiligung Wolfratshausens für künftige eigene Projekte bedeuten würde. „Es könnte sein, dass wir später keine Fördergelder für den Bau oder die Sanierung unserer eigenen Sportstätten bekommen, weil die Zuschüsse bereits in Geretsried verbaut worden sind“, so Forster. Das seien „Fakten, die geprüft werden müssten, keine Polemik“. Der Rathauschef regte an, dass Geretsried sein Bad selber bauen könnte, und die Vereine und anderen Kommunen gemeinsam versuchen könnten, das Ascholdinger Bad zu retten. Denn Dietramszell könne die Sanierung allein nicht stemmen. Eine Voraussetzung dafür sei allerdings, dass auch hier Zuschüsse fließen würden. „Wir hätten dann zwei Bäder mit mehr Belegungszeiten.“

BVW-Stadtrat Maurizio Faganello kritisierte, dass „negative Stimmung gegen Wolfratshausen und seine Politik“ gemacht werde. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, wir haben unsere Schulen saniert, allein die Loisachhalle instand gesetzt, unsere Sportstätten sind in einem guten Zustand – wir sind nicht in Zugzwang.“ dae

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare