Ja zur Betriebsumsiedlung

Bauausschuss genehmigt Bauantrag von Biolink

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Stadt grüner Wiese ein neuer Betrieb für Bad Tölz. Das Waakirchner Unternehmen Biolink will jetzt doch gegenüber von Sitec bauen. Im Hintergrund das Heizwerk der Stadtwerke.
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Vier Jahre lang lag das von der hiesigen Sparkasse vermarktete Projekt im Dornröschenschlaf, setzt soll an der Wilhelm-Dusch-Straße im Tölzer Nordwesten doch noch gebaut werden.

Bad Tölz – Nicht zum ersten und sicher auch nicht zum letzten Mal hat sich der Bauausschuss des Tölzer Stadtrates mit der geplanten Wohnanlage an der Wilhelm-Dusch-Straße befasst. Die dortigen Grundstücke sollten bereits seit dem Jahr 2015 bebaut werden, zwischenzeitlich kam es zu einer längeren Pause, die wohl auf eine rechtliche Auseinandersetzung zurückzuführen ist, wie Bauamtsleiter Christian Fürstberger mutmaßte.

„Die Stadt war daran ab er nicht beteiligt“, sagte er in der Sitzung am Dienstag, sodass er auch keine Details nennen konnte. Die Räte hatten diesmal über Änderungen der Tiefgaragenrampe und die Besucherparkplätze zu beraten und lehnten die Tektur einstimmig ab: Denn für die angedachten Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen sind aufgrund der Tölzer Stellplatzsatzung 33 Plätze erforderlich, sechs davon müssen also sogenannte Besucherstellplätze oberirdisch ausgewiesen werden. Im Antrag wurden aber nur 32 Stellplätze nachgewiesen, davon bis auf drei alle in der Tiefgarage. Auch der Kinderspielplatz (20 qm sind erforderlich) war im Plan etwas zu kurz gekommen (18 qm). Martin Harrer (FWG), der schon im alten Stadtrat mit dem Bauvorhaben konfrontiert war, fragte nach, ob die Baugenehmigung aus dem Jahr 2016 noch gültig sei, was Fürstberger bejahte. Die damalige Genehmigung habe vier Jahre Gültigkeit, laufe also hier aus. Der geänderte Antrag wurde aus den genannten Gründen abgelehnt. Am Rande wurde erwähnt, dass der dem Antrag beigefügte Freiflächenplan bislang noch zu wenig detailliert sei, wie Doris Bigos (Grüne) moniert hatte. Positiv war, dass das am südlichen Ende des Baugrundstücks am Hang liegende Biotop vom künftigen Baukörper nicht tangiert wird. Fürstberger geht davon aus, dass der Antrag der Stadt erneut zur Beratung vorgelegt wird.

Ohne jede Wortmeldung ging der Bauantrag für ein Büro- und Produktionsgebäude mit Lager im Bereich Am Sitecpark über die Bühne, obwohl es sich laut der im Sitzungssaal vorgestellten Architektenskizze um ein sehr großes Vorhaben handeln dürfte. Bekanntlich wurde die 25.000 Quadratmeter große Wiese südlich des Flugzeugzulieferers Sitec Aerospace GmbH bereits im Jahr 2015 als Gewerbegebiet ausgewiesen, um den Umzug der bislang in Waakirchen ansässigen Firma Biolink nach Bad Tölz zu ermöglichen. Das Unternehmen aus dem Nachbarlandkreis Miesbach sah in der dortigen Gemeinde keine ausreichenden Erweiterungsmöglichkeiten und wollte deshalb an den nordöstlichen Tölzer Ortsrand ziehen, wie 2015 bekannt wurde. Mehrere Jahre ruhte das Vorhaben, da die Firma 2017 an den französischen Konzern Saint-Gobain verkauft wurde, der nun aber offenbar doch an den ursprünglichen Plänen festhält. Für die vier zusammenhängenden Gebäude, die nördlich der Lettenholz-Wohnblöcke entstehen sollen, sind 179 Stellplätze nachzuweisen, die in einer Tiefgarage und oberirdisch nachgewiesen werden. Eine direkte Zufahrt zur Bundesstraße 13 ist nicht vorgesehen, nur Fußgänger und Radfahrer können von dort die neue Anlage erreichen. Überhaupt wird sich die Verkehrs-Situation in diesem Bereich umfassend ändern, da dort die Tölzer Nordumfahrung mit einem riesigen Kreisverkehr gebaut werden soll. Der Ausschuss stimmte dem Projekt einstimmig zu, sofern noch ein Immissionsschutzgutachten nachgeliefert wird. Die Firma Biolink stellt unter anderem Klebebandsysteme für die Luftfahrt her. Das benachbarte Unternehmen Sitec Aerospace, das auch einen Eigentümerwechsel hinter sich hat und jetzt unter dem Namen SAM firmiert, ist ebenfalls Zulieferer für die Luftfahrtindustrie. Dessen Standort an der Bundesstraße 13 unmittelbar am Ortseingang aus Richtung Holzkirchen hatte der damalige Bürgermeister und jetzige Landrat Josef Niedermaier (FWG) auf ehemaligem Kirchbichler Gemeindegebiet ermöglicht. bo

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