Ausstellung eröffnet

„Schwarze Madonna“ wird im Kloster Beuerberg zum Publikumsmagneten

Künstlerin Bettina Dittlmann arbeitete zum Teil über ein Jahr an den Werken zur Ausstellung "Die Kleider der Maria" im Kloster Beuerberg.
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Künstlerin Bettina Dittlmann arbeitete zum Teil über ein Jahr an den Werken zur Ausstellung "Die Kleider der Maria" im Kloster Beuerberg.

Beuerberg – Mehr als ein Jahr hat die niederbayerische Silberschmiedin Bettina Dittlmann an einer Nachbildung der berühmten Altöttinger „Schwarzen Madonna“ gearbeitet. Das Ergebnis gibt es nun zu sehen.

Seit vielen Jahrhunderten übt die „Schwarze Madonna“ eine große Anziehungskraft aus. Nun gestaltete die niederbayerische Silberschmiedin Bettina Dittlmann eine Nachbildung des berühmten Altöttinger Gnadenbildes. Ihre Ausstellung ist nun im Gartenpavillon des Klosters Beuerberg zu sehen.

Schon kurz vor der Ausstellungseröffnung bildete sich eine lange Menschenschlange vor dem schwarzen Gartenpavillon. Denn aufgrund der Corona-Bestimmungen durften nur maximal acht Besucher gleichzeitig in das dunkle Innere gelassen werden. Dort bewunderten sie das komplexe Kunstwerk. „Immer wenn ich dachte, ich bin fertig, kam eine neue Herausforderung auf mich zu“, erinnerte sich Dittlmann an den aufwendigen Entstehungsprozess.

Die Ausstellung „Die Kleider der Maria“ ist bis zum 1. November im Gartenpavillon des Klosters Beuerberg zu sehen. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen jeweils von 10 Uhr bis 18 Uhr. Schulkassen nach Anmeldung.

So schuf sie aus dünnen Eisendrähten und beschädigten Edelsteinen zwei Kronen für eine barocke Devotionalkopie des Altöttinger Gnadenbildes. Mit den verwendeten Motiven Kreuz, Herz und Anker symbolisiert die 56-Jährige nach eigenen Angaben die christlichen Werte Glaube, Liebe und Hoffnung. Schwierig gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Stoff für die Bekleidung. Fündig wurde sie schließlich im Kloster Beuerberg. Dort lagerten grob gewebte Verdunklungstücher, die die Nonnen während des Zweiten Weltkriegs vor Bombenangriffen schützen sollten.

Mit Staunen betrachteten die Ausstellungsgäste die etwa fünf Meter lange Strecke, die innerhalb des Pavillons zur Vitrine führt. Denn Dittlmann hatte Eisenspäne auf Neodym-Magnete verstreut. So entstanden bizarr anmutende Eisenblumen. Zu Magneten hat die gebürtige Passauerin ohnehin ein besonderes Verhältnis. „In der Elektroingenieurwerkstatt meines Vaters lagen immer Magnete rum, mit denen ich und mein Bruder gespielt haben“, erinnerte sich Dittlmann. Sie dankte ihrem Ehemann Michael Jank, der die verschiedenen Schritte ihrer Arbeit fotografisch begleitete. Das Ergebnis ist im für 20 Euro erhältlichen Ausstellungskatalog zu sehen.

Ehrfürchtig bewunderten die Besucher das komplexe Kunstwerk des Maria-Gnadenbildes von Künstlerin Bettina Dittlmann im Kloster Beuerberg.

Christoph Kürzeder, Direktor des derzeit wegen Renovierung geschlossenen Diözesanmuseums in Freising, übergab der Künstlerin nicht nur einen traditionellen Himmelfahrtsbuschen. Er kündigte auch an, dass ihre „Schwarze Maria“ bei der für das Jahr 2021 anvisierten Wiedereröffnung einen Ehrenplatz in Freising bekommen werde. Kürzeder lobte Dittlmann als Silberschmiedin, die „tief in die menschliche Psyche einsteigt und mit viel Ehrfurcht an die Aufgabenstellung heranging“. Für die musikalische Begleitung des Eröffnungstages sorgten der ehemalige LaBrassBanda-Tubaspieler Andreas Hofmeir und Barbara Schmelz. Peter Herrmann

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