„Bewaffneter“ Diebstahl

Amtsgericht: Richter Berger spricht Geldstrafe für 27-jährigen Tölzer aus

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Angeklagter äußert vor dem Amtsgericht Reue: „Ich klau nichts mehr und lasse auch mein Messer künftig lieber daheim.“

Bad Tölz – Am 7. Februar ertappte ein Ladendetektiv in einem Tölzer Supermarkt einen Dieb auf frischer Tat. Da der Täter zudem ein Cuttermesser bei sich führte, drohte ihm in der Verhandlung, die drei Monate später am Amtsgericht stattfand, sogar eine Freiheitsstrafe.

„Ich hatte keinen Chip und kein Kleingeld für den Einkaufswagen, habe die Sachen einfach in meinem Rucksack gepackt und bin an der Kasse vorbeigegangen“, gab der Angeklagte zu. Dabei hatte der 27-Jährige, der derzeit von Hartz-IV-Unterstützung lebt, nach eigenen Angaben sogar einen 100-Euro-Schein in der Tasche.

Entwendet hatte er neben Lebensmittel auch DVDs und Knabberzeug. Der Gesamtwert betrug knapp 38 Euro. „Einen Teil der Waren habe ich nach meiner Festnahme bezahlt, den anderen Teil habe ich zurückgegeben“, erklärte der Vater zweier Kinder. Das Cuttermesser, das bei ihm gefunden wurde, habe er immer dabei. „Damit wollte ich niemanden bedrohen“, versicherte der Mann.

Richter Helmut Berger verwies darauf, dass sich der Strafrahmen bei diesem minderschweren Fall von bewaffnetem Diebstahl zwischen drei Monaten und fünf Jahren bewege. Dem Antrag der Staatsanwältin, den noch nicht vorbestraften Ladendieb zu einer viermonatigen Haftstrafe auf Bewährung zu verurteilen, folgte er aber nicht.

Berger wandelte die unterste Strafrahmengrenze von drei Monaten in 90 Tagessätze zu je 15 Euro um. Den Gesamtbetrag von 1.350 Euro darf der Tölzer in moderaten 50-Euro-Monatsraten abstottern. „Ich klau nichts mehr und lasse auch mein Messer künftig lieber daheim“, versprach der 27-Jährige. ph

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