Mit alten Obstkistl zum Modellflug

Ein bewegtes „Fliegerleben“: Sepp Zeiler alias „Schrauber-Sepp“

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Beim E-Flugtag am Wochenende war der Tölzer Sepp Zeitler alias „Schrauber Sepp“ mit seiner elektrischen Kunstflug-Maschine S-Bach mit dabei.

Bad Tölz – Wann er genau mit dem Flugvirus infiziert worden ist, kann der Tölzer Sepp Zeitler, von allen nur „Schrauber Sepp“ genannt, gar nicht mehr genau sagen, aber: „Da war ich noch ein kleiner Lausbub, so um die acht Jahre alt.“ Heute ist das Mitglied der etwa 25-köpfigen Modellbaugruppe in der LSV Greiling jedenfalls 57 Jahre alt und blickt auf ein bewegtes „Fliegerleben“ zurück.

Zwei Dinge kamen dem frühen Modellbau-Enthusiasmus des Tölzers entgegen: „Vom Franz Huber und seinem ehemaligen Obstgeschäft in der Nockhergasse bekam ich alte Obststeigen. So hatte ich schon Mal günstiges Grundmaterial.“ Des Weiteren hatte sein Uropa damals beim Moralt gearbeitet. Dabei waren die edlen Furnierpakete dort zum Schutz mit einer Lage Balsaholz angeliefert worden. Auch dieses Abfallprodukt aus der bekanntlich überaus leichten Holzart kam dem kleinen Modellbauer überaus gelegen. „Die Baupläne für meine ersten Modelle haben wir dann kopiert. Denn für den Kauf eines fertigen Bausatzes hatte ich kein Geld.“ Damit war der Einstieg ins Modellbau-Geschäft für den Kleinen besiegelt.

„Heute fliege ich alles, was fliegt“, erklärt der 57-Jährige, in dessen Hobby-Keller knapp 20 funktionsfähige Modelle lagern: Fünf Hubschrauber, sechs Segler bis vier Meter Spannweite und der zahlreiche Motor-Flieger. Das könnte eigentlich reichen. Dennoch sagt der „Schrauber-Sepp“: „Einen Wunsch habe ich noch, den Jet Havoc XE. Aber dafür ist der Bausatz auch schon bestellt.“

Zwischenzeitlich hat er sich sogar seinen „Jugendtraum“ erfüllt und in Königsdorf den Flugschein für Segler und Motor-Segler gemacht. „Doch die richtige Fliegerei habe ich nach etwa zehn Jahren wieder eingestellt. Das war zum einen ein reiner Kostenfaktor und auf der anderen Seite musste ich aus Zeitgründen irgendwann anfangen meine Hobbys zu reduzieren.“ Jetzt ist er regelmäßig mit seinen Modellen auf der Plattform des Greilinger (Tölzer) Flugplatzes zu finden. „Das macht immer noch riesigen Spaß und vor allem bleibt man dabei im Kopf aktiv.“

Und die erheblich gesunkenen Kosten sind auch ein Grund dafür, dass die Modell-Fliegerei erneut einen großen Aufschwung genommen hat. „Früher hast du unter 1000 Mark keine vernünftige einfache Fernsteuerung bekommen. Heute ist schon für rund 150 Euro eine Sechs–Kanal-Fernsteuerung auf dem Markt, die für alle Fluggeräte gut geeignet ist.“

„Das ist für heutige Kinder schon fast in der Taschengeld-Klasse, wenn man überlegt was Smartphones und Computerspiele kosten“, erklärt der Schrauber-Sepp. So biete er auch Kindern im Rahmen des Vereins gerne an, die Modell-Fliegerei zu erlernen: „Acht Jahre alt sollten sie zumindest sein und ein nahezu unzerstörbares Übungs-Flugzeug haben wir im Verein auch. Da braucht es nur etwa eineinhalb Stunden Übung bis ein Kind es schafft, das Fluggerät wieder heil zu Boden zubringen.“

Den Kontakt zu ihm können Interessierte da im Internet über die Homepage der LSV Greiling herstellen unter www.lsv-greiling.de. Dann weiter über die Reiter „Unsere Sportarten“ und „Modellflug“.ejs

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