Überraschende Kooperation

Bezirksfischereiverein unterstützt Surfprojekt in Weidach

Stefanie Kastner vom Verein „Surfing Wolfratshausen“
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Freut sich auf die Zusammenarbeit mit den Bezirksfischern: Stefanie Kastner vom Verein „Surfing Wolfratshausen“.

Wolfratshausen – Vor einigen Wochen erhielt die Stadt die wasserrechtliche Genehmigung für den Bau einer künstlichen Surfwelle in Weidach.

Nun gibt auch der Bezirksfischereiverein Wolfratshausen, der aus natur- und artenschutzrechtlichen Gründen erst gegen das 800.000-Euro-Projekt klagen wollte – seinen Widerstand gegen das Wellenprojekt auf.

Im Rahmen einer Online-Diskussionsrunde der Bürgervereinigung Wolfratshausen kündigte der Zweite Bezirksfischereivorsitzender, Helmuth Holzheu, jüngst sogar eine Kooperation mit der Surfinitiative an. „Wir wollen den Weg frei machen für eine verantwortungsvolle Umsetzung des Projekts“, erklärte da Holzheu.

Umsetzungsprozess lange hinausgezögert

Der 62-jährige Stadtrat berichtete von einer außerordentlichen Vorstandssitzung des Bezirksfischereiverbands, der nun erstmals das Gespräch mit dem Verein „Surfing Wolfratshausen“ sucht. Er bedauerte, dass sich der Umsetzungsprozess auf mittlerweile acht Jahre hinausgezögert hat. „Wir waren nie der große Bremser und wollen das nun einvernehmlich regeln“, versprach Holzheu.

Freilich gäbe es nach wie vor Bedenken, dass die Loisach nach dem Bau eines geplanten Wasserkraftwerks am Loisach-Isar-Kanal und der Neuvergabe der Rechte des Walchenseekraftwerks zu wenig Wasser für den Betrieb einer künstlichen Surfwelle führen könnt, so Holzheu weiter. Dennoch sieht er eine Kooperation der Vereine als Chance, die Surfer für den Natur- und Artenschutz zu sensibilisieren.

Plötzliches Bündnis „ein wichtiges Signal“

„Surfing Wolfratshausen“-Vorsitzende Stefanie Kastner wertet den unverhofften Schulterschluss als wichtiges Signal. „Wir wollen, dass keine Fische zu Schaden kommen und werden die Natur vor Ort schützen“, versprach sie in der Diskussionsrunde. Daher sollen sich die Surfer, bevor sie auf der Welle reiten, im Internet anmelden. Dadurch soll laut Kastner ein zu großer Ansturm und eine damit einhergehende Belastung der Anwohner verhindert werden. „Somit haben wir die Kontrolle, dass nicht wie in München zu viele Leute vor der Welle anstehen“, erklärte sie.

Höchstens 15 Surfer pro Stunde

Geplant sei, dass in einem Zeitraum von 60 bis 90 Minuten höchstens 15 Surfer auf der künstlichen Welle reiten. Auf Nachfrage von Stadtrat Josef Praller versicherte Bürgermeister Klaus Heilinglechner: aufgrund des nun vorliegenden wasserrechtlichen Bescheids sei kein Stadtratsbeschluss mehr nötig. Dennoch müsse die zu erwartende Baukostensteigerung – die letzte Kostenberechnung ist knapp zwei Jahre alt – dem Gremium noch vorgelegt werden.

Peter Herrmann

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