Bezirksversammlung der Jagdaufseher: Aktuelle Probleme der Jagd

Wölfe, Beutegreifer, Wildschweine

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Der neugewählte Vorstand der oberbayerischen Jagdaufseher: Vorsitzender Klaus Peters (re.) und sein Stellvertreter Bernhard Pommer.

Bad Tölz – „Wald und Wild, heißt es heute, statt wie früher Wald vor Wild.“ Für diese klare Abkehr der ehemaligen These erhielt Martin Bachhuber, der Heilbrunner Stimmkreis-Abgeordnete im Bayerischen Landtag, überschwänglichen Applaus der anwesenden Jägerschaft, die sich am Samstag in der „Alten Schiaßn“ zur Bezirksversammlung 2017 der oberbayerischen Jagdaufseher getroffen hatte.

Auch die übrigen teils hochkarätigen Ehrengäste positionierten sich deutlich auf Seiten der Jagd. Bei den Neuwahlen zum Bezirksvorstand erhielt der neue Zweite Vorsitzende Bernhard Pommer aus Martinsried ebenso 100 Prozent Zustimmung wie zuvor der Vorsitzende Klaus Peters, der erneut zur Wahl angetreten war.  „Teils groteske Auswüchse“ der modernen veganen Trends zeigte da Thomas Schreder, Präsidiumsmitglied im bayerischen Jagdverband auf. So habe jüngst in Limburg eine Veganerin gegen die Melodie des alten Kinderlieds „Fuchs du hast die Gans gestohlen, ….. dann kommt der Jäger mit dem Schießgewehr“, im dortigen Rathaus-Glockenspiel protestiert, worauf der Bürgermeister die Melodie entfernen ließ. „Es gibt immer mehr Wahnsinnige“, konstatierte da Scheder und fügte an: „Ich habe sicher nichts gegen Veganer, aber ich stelle mich gegen deren Versuche, zu missionieren.“ So konstatierte er: „Wir dürfen uns nicht als reine Schädlingsbekämpfer degradieren lassen“, die Jagd diene schließlich auch dem Erhalt der bayerischen Kulturlandschaft. Sie sei ein selbständiges Kulturgut, „das nicht zum Spielball politischer und wirtschaftlicher Interessen werden darf.“ Wolfgang Morlang, der Kreisvorsitzende des hiesigen Jagdverbands, beklagte den zunehmenden „Freizeitdruck“ auf das Wild der Region, das vor allem durch Mountainbiker beunruhigt würde. Da würden zunehmend Trails und Wege angelegt, „oftmals ohne Einverständnis der Grund-Eigentümer. Das kann’s doch nicht sein.“ Bachhuber beklagte zudem die zunehmende Zahl der Beutegreifer und immer wieder auftauchender Wölfe: „Da sind unsere Almbauern in großer Sorge.“ Außerdem deutete er an, dass die angesiedelten Biber immer mehr Probleme verursachen würden und warnte vor einer Wildschwein-Plage. Diese Tiere würden in jüngster Zeit vermehrt immer weiter in den Süden Oberbayerns vordringen. Dazu sagte er: „Ein Leben in der Balance ist das Wichtigste.“ Hier sei zur Abhilfe die Politik gefordert. Und zur aktuellen Wolf-Diskussion bezog Eric Beißwenger, der jagdpolitische Sprecher der CSU-Landtags-Fraktion, klar Stellung: „Ich bin gegen Wölfe in Bayern.“ Ewald Scheitterer

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