Bienenfreundliche Gärtnern zum Artenerhalt

Bund Naturschutz Icking startet Aktion „Lebensraum Garten“

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Wiesenhummel zapft an der Roten Taubnessel Nektar.

Icking - Der Bund Naturschutz Icking setzt sich dieses Jahr besonders für den „Lebensraum Garten“ ein, damit Bürger in ihrem eigenen Garten und Balkon pestizidfrei so viel Natur wie möglich zulassen - damit bedrohte Bienen, seltene Vögel und sonstige Lebewesen dort heimisch werden.

Viele haben das Imkern entdeckt:"Es gibt kaum etwas Schöneres, als dem summenden emsigen Treiben eines Bienenstocks zuzuschauen und dabei seinen Gedanken nachzuhängen", berichtet Dr. Beatrice Wagner. Die Bienenzucht werde auch mit der Hoffnung betrieben, dem großen Bienensterben etwas entgegenzusetzen, so die Vorsitzende des Bund Naturschutz` Icking weiter. Doch es gibt noch andere Möglichkeit dafür: nämlich mit bienenfreundlichen Blumen, Büschen und Bäumen, die vom frühen Frühling bis in den späten Herbst hinein blühen.

Im Frühling geht es Bienen und auch anderen Bestäubern wie Hummeln oder Wildbienen meist gut. Im Blütenmeer der Obstbäume finden sie reichlich Nahrung. Doch spätestens im Juni ist Schluss damit, die Obstbäume sind verblüht, eben auch Lindenblüten, Löwenzahn und Raps. Die Sommerblumen und die Stauden hingegen treiben gerade erst aus. In dieser sogenannten Trachtlücke steht den Bienen steht eine Hungerperiode bevor, sie müssen sich über ihre gesammelten Pollenvorräte hermachen, doch diese sind eigentlich für die Nachkommen eingeplant.

Wagner ruft nun die Bürger zum Helfen auf: "Indem Sie jetzt – Ende April, Anfang Mai – die bienenfreundlichen Blühmischungen einsäen, die etwa Imkervereine anbieten. Diese enthalten eine Komposition aus verschiedenen Kräutern, Duft- und Blütenpflanzen wie Ringelblume, Buchweizen, Dill, Kornblume, Phazelie oder Borretsch und sind ideal für kleine Freiflächen und Blüteninseln im Garten."

Von einer solchen Bienenweiden profitieren übrigens nicht nur Honigbienen, sondern eine ganze Reihe von anderen Bestäubern, wie all die tausende von Arten an verschiedenen Hummeln und Wildbienen, die brauchen wir ebenfalls, denn auch sie leisten einen großen Beitrag zu einer guten Ernte.

Noch ein Tipp zur Samenauswahl: "Achten Sie darauf, dass auf der Verpackung der Begriff „samenfest“ steht, denn nur samenfeste Sorten vermehren sich selbst und sprießen im nächsten Jahr wieder aus. Wenn auf der Verpackung jedoch 'F1-Hybrid' steht, dann sind die Samen steril. Lassen Sie auch die Finger vor gebeiztem Samen, denn er hat Insektengift intus, und das kann später schädlich auch für die Bienen sein", erklärt Wagner. "Wir können das weltweite Verschwinden der Insekten nicht aufhalten, aber wir können das Artensterben im eigenen Garten stoppen."

Mehr zur Aktion "Lebensraum Garten" Online auf www.bad-toelz.bund-naturschutz.de. dwe

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