Ein Toter und viele Verletzte

Bilanz der Bergwacht Lenggries: insgesamt 54 mal im Einsatz

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Dauereinsatz in den Sommerferien: die Bergwacht Lenggries hatte dabei viel zu tun.Foto: Bergwacht Lenggries

Lenggries – Die Einsätze der Bergwacht Lenggries sind abwechslungsreich: Neben Knöchelverletzungen von verunglückten Wanderern gab es heuer ebenso zahlreiche Patienten, die sich auf Bergtouren übernommen hatten und mit Kreislaufproblemen den Notruf wählten. Aber auch Einsätze besonderer Art hatten die Bergretter in den Sommerferien zu bearbeiten.

Allergischer Schock am Berg

Am 24. Juli mussten die Bergretter etwa zu einem anaphylaktischen Schock an den Geierstein bei Lenggries ausrücken. Dort erlitt ein 61-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfahlen nach einem Erdwespenstich einen allergischen Schock. „Er drohte dran zu ersticken“, berichtet Sylvia Frei, Pressesprecherin der Lenggrieser Bergwacht. Die Bergwacht Lenggries rückte mit sechs Mann und einem Bergwacht Notarzt aus, um den Mann zu retten. Die medizinische Versorgung kam rechtzeitig und der Mann überlebte. Ein Hubschrauber brachte ihn anschließend ins Krankenhaus.

Bilanz der Bergwacht Lenggries: insgesamt 54 mal im Einsatz

Dauereinsatz in den Sommerferien: die Bergwacht Lenggries hatte dabei viel zu tun. © Bergwacht Lenggries
Dauereinsatz in den Sommerferien: die Bergwacht Lenggries hatte dabei viel zu tun. © Bergwacht Lenggries
Dauereinsatz in den Sommerferien: die Bergwacht Lenggries hatte dabei viel zu tun. © Bergwacht Lenggries
Dauereinsatz in den Sommerferien: die Bergwacht Lenggries hatte dabei viel zu tun. © Bergwacht Lenggries

Suchaktion mit verwirrendem Echo

Zu einer langen Suchaktion rückten die Bergretter dann am 5. August aus. Eine etwa 60-jährige Frau aus dem Raum München, hatte sich auf dem Maximiliansweg zwischen Fockenstein und Geierstein verlaufen. „Statt umzukehren, ging die Wanderin so lange weiter, bis sie sich in Mitten absturzgefärdetem Gelände befand und wählte dann den Notruf“, schildert Frei. Da es nicht möglich war das Handy der Frau zu orten, mussten die sechs ausrückenden Bergretter anhand der Ortsbeschreibung nach der Vermissten suchen. „Nach kurzer Zeit herrschte Rufkontakt, die Retter folgten diesen, konnten die Frau aber nicht finden.“

Der Verdacht, dass ein Echo die Suchenden in die Irre führte erhärtete sich und die Bergretter entfernten sich nun von den Hilferufen, in Richtung dem gegenüber liegendem Hang. Dies stellte sich als richtige Entscheidung heraus, denn nach zwei Stunden wurden die Retter so schließlich fündig. Die Wanderin konnte unverletzt ins Tal gebracht werden.

Wanderer stirbt am Schafreiter

Jede Hilfe zu spät kam am 24. August für einen 48-jährigen Mann aus dem Landkreis. Die Bergretter wurden zu einer Reanimation am Schafreiter gerufen, nachdem ein Wanderer kurz unterhalb des Gipfels zusammengebrochen und bewusstlos liegen geblieben war. Wanderer wählten den Notruf und führten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte eine Laienreanimation durch. Die Bergretter waren mithilfe des Rettungshubschraubers Christoph Murnau schnell am Einsatzort. „Der Notarzt konnte jedoch nur noch den Tod des 48-Jährigen feststellen“, sagt Frei. Ein Polizeihubschrauber brachte den Verstorbenen dann ins Tal.

Mit dem Fahrrad abgestürzt

Einen Tag später, am 25. August, folgte ein weiterer Einsatz mit Hubschrauberunterstützung. Ein 31-jähriger Münchner stürzte am schmalen Gratweg zwischen Grammersberg und Pirschschneid etwa 60 Meter tief in felsendurchsetztes Gelände ab. „Er war mit seinem Mountainbike vom Weg abgerutscht und mitsamt Fahrrad abgestürzt“, so Frei. Mittels Hubschrauber-Winde konnte der Verletzte von der Lenggrieser Bergwacht dann geborgen und mit mittelschweren Verletzungen ins Krankenhaus geflogen werden, noch bevor ein Gewitter die Rettungsaktion erschweren konnte. Das Fahrrad wurde später von einem Bergwachtteam geborgen.

Verletzte Kinder in den Sommerferien

Auch Kinder gab es in den Sommerferien zu versorgen: Am 4. September rollte ein Kinderwagen mitsamt zweijährigem Jungen am Brauneck einen Hang herunter. Mehrmals überschlug sich der Kinderwagen dabei, bis er schließlich in einem Dornenbusch hängen blieb. „Glücklicherweise war das Kind gut angeschnallt und der Dornenbusch im Weg, sodass der Bub bis auf einige Kratzer und Blessuren nicht schwerer verletzt wurde“, sagt Frei. Die Lenggrieser Bergretter versorgten das Kind und brachten es mit seiner Familie ins Tal.

Bereits am 18. Juli rückten die Bergretter zu einem Kind in die Jachenau aus. An den Wasserfällen musste ein 13-jähriges Mädchen aus Niedersachsen gerettet werden. Sie war an den Felsen einige Meter hochgeklettert, traute sich selbst aber nicht mehr runter. Die Bergretter kletterten weit über das Mädchen hoch, um eine geeignete Stelle für das Sicherungsseil zu finden. Danach konnte das Kinder sicher abgeseilt werden.

Zudem musste ein 15-jähriges Mädchen am 13. August am Geierstein versorgt werden. Die Urlauberin aus Dortmund hatte sich beim Wandern schwer am Bein verletzt. Sechs Mann rückten zu Fuss zur Einsatzstelle aus, schienten das Bein und legten das Mädchen in die Bergrettungstrage. So wurde die Jugendliche zuerst rund 100 Meter weit durch den steilen Bergwald bis zu einer Lichtung abgeseilt, von wo aus ein Hubschrauber das Mädchen aufnehmen konnte und sie anschließend ins Krankenhaus brachte. dwe

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Die Bergwacht Lenggries bittet um Spenden: Angesichts des geplanten Neubaus der Bergrettungswache Lenggries, sowie zur Unterstützung der ehrenamtlichen Rettungsarbeit, bittet die Bergwacht Lenggries um Spenden. Entweder per Paypal-Spendenbutten unter www.bergwacht-lenggries.de oder per Überweisung an das Spendenkonto der Bergwacht Lenggries IBAN DE74 7005 4306 0240 0102 31 BLZ 700 543 06.

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