Kreisbrandrat blickt auf 2020 zurück

Bilanz der Kreisfeuerwehren: 21.653 ehrenamtliche Stunden im Einsatz – Vereine haben Nachwuchssorgen

Ein Feuerwehrmann hält eine Warnkelle hoch. (Symbolbildsammlung)
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Ein Feuerwehrmann hält eine Warnkelle hoch. (Symbolbild)

Landkreis – Die jährliche Dreikönigsversammlung der Feuerwehren im Landkreis musste heuer coronabedingt ausfallen. „Das vergangene Jahr war alles andere als normal“, bilanziert Erich Zengerle in seinem Nachbericht.

Der Kreisbrandrat und Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Erich Zengerle, blickt in seinen Jahresrückblick auf viele Herausforderungen zurück, die es für die Feuerwehrleute aus dem Landkreis zu meistern gab:

Mitte März 2020 wurde wegen der Corona-Pandemie der Katastrophenfall für ganz Bayern ausgerufen. Auch für die Feuerwehren aus dem Landkreis hatte dies bedeutende Auswirkungen, wie Erich Zengerle mitteilt. So wurde etwa der Ausbildungs- und Übungsbetrieb komplett eingestellt und Einsätze sowie Pflichtaufgaben auf das notwendigste Personal reduziert.

Kreisbrandrat und Vorsitzender der Kreisfeuerwehren: Erich Zengerle.

Trotz weniger Feuerwehrfrauen und -männer, die im Einsatz waren, gab es trotzdem einiges in der Region zu erledigen: So rückten die insgesamt 58 Feuerwehren aus dem Norden und Süden des Landkreises im vergangenen Jahr insgesamt 1.807 mal aus. Zum Vergleich: 2019 waren es knapp 1.000 Einsätze mehr.

Die Alarmierungen im Jahr 2020 gliederten sich hauptsächlich auf in Technische Hilfeleistungen (947) sowie in kleinere und größere Brandeinsätze (259). In Erinnerung dürfte dabei der Dachstuhlbrand eines Wohnblocks im Tölzer Lettenholz Anfang Juli gewesen sein. Aber auch Brände von landwirtschaftlichen Anwesen in Nodern und Beuerberg sowie das Feuer im Dezember an der Marktstraße in Wolfratshausen forderten die ehrenamtlichen Helfer (wir berichteten).

Lichterloh in Flammen stand ein Dachstuhl eines Wohnhauses am Lettenholz am Mittwochabend.

„Auch schwere Verkehrsunfälle, Gasaustritte und Bombenfunde konnten erfolgreich erledigt werden“, berichtet Zengerle weiter. Insgesamt 21.653 ehrenamtliche Stunden halfen die Feuerwehren: löschten, sicherten und versorgten.

Tölzer Wachterstraße: dort wurde eine defekte Gasleitung bei einem sechsstündigem Einsatz abgedichtet.

Sorgen macht sich Zengerle allerdings um den Nachwuchs: Lediglich knapp 250 Jugendliche wagten den Schritt und haben eine Ausbildung bei der Freiwilligen Feuerwehr begonnen. „Hier müssen wir weiterhin ein großes Augenmerk auf Nachwuchsgewinnung legen“, betont der Kreisbrandrat. Auch der Frauenanteil schwächelt ein wenig: unter den 3.128 aktiven Feuerwehrleiten seien lediglich 177 Frauen dabei. Daniel Wegscheider

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