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Bis Ostern keine Schülerfahrten: Schulleiter aus dem Tölzer Land hoffen auf Sommer

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Von: Franca Winkler

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Jugendliche in einer Reihe
Klassenfahrten: Begegnungen für Schüler sind erst wieder ab dem Sommer geplant. © Symbolfoto: panthemedia/anatols

Landkreis - Aufgrund der Corona-Lage sind alle Klassenfahrten bis Ostern ausgesetzt. DasGelbeBlatt hat sich umgehört, wie die Schulen im Landkreis davon betroffen sind.

Die Meldung des Kultusministeriums kam nicht überraschend, enttäuscht Schüler und Lehrer dennoch gleichermaßen: Aufgrund der Ausbreitung der Omikron-Variante empfiehlt das Staatsministerium für Unterricht und Kultur, geplante und gebuchte mehrtägige Schülerfahrten bis zu den Osterferien im April abzusagen.

St.-Ursula Mädchenrealschule Lenggries

Mit Klassenfahrten werden Erinnerungen geschaffen, die lange nachhallen. Das seien wichtige Erfahrungen in der Entwicklung der Schüler, bei denen viel gelernt werde über „das miteinander Auskommen und Rücksichtnahme. Auch Freundschaften werden auf andere Art und Weisen kreiert“, beschreibt Stefanie Scheja, Realschuldirektorin der Erzbischöflichen St.-Ursula Mädchenrealschule Lenggries.

Staatliche Realschule Bad Tölz

Auch Klaus Förster, Schulleiter der Staatlichen Realschule Bad Tölz berichtet von enttäuschten Schülern: „Auch wenn die Maßnahme in der aktuellen Situation sinnvoll ist, gehören Klassenfahrten zum schulischen Leben einfach dazu.“ Stornieren müsse man nun allerdings keine Reisen, denn bei der Planung des Schuljahres hatte man sich im Oktober bereits auf Tagesfahrten ohne Übernachtung festgelegt. „Voraussichtlich im Mai wird es eine Sportwoche geben, bei der die Schüler unter anderem klettern, radeln und wandern können“, sagt Förster weiter.

Staatliche Realschule Geretsried

Von einer vorausschauenden Planung berichtet auch Christine Venus-Michel, Schulleiterin der Staatlichen Realschule Geretsried. Fahrten seien hier erst für das späte Frühjahr geplant. „Im Moment müssen offizielle Entscheidungen mit Fürsorge und Umsicht für die Gesamtgesellschaft getroffen werden.“ An der Mittelschule in Wolfratshausen wird ebenso vorsichtig geplant. Rektor Frank Schwesig berichtet: „Wir hatten im Kollegium schon befürchtet, dass es noch zu früh für eine sichere Planung von Schülerfahrten ist und haben somit für dieses Schuljahr keine geplant.“

Keine Stornokosten durch abgesagte Klassenfahrten

Auch wenn die Empfehlung des Staatsministerium für Unterricht und Kultur dahingehend lautet, Klassenfahrten bis zu den Osterferien abzusagen, könne „kein Ersatz für etwaig entstehende Stornokosten durch staatliche Billigkeitsleistungen geleistet werden,“ ist auf der Website des Ministeriums zu lesen. Nach Auskünften vieler Schulleiter im Landkreis kommen „glücklicherweise“ keine Stornokosten zum Tragen.

Gymnasium Geretsried

Oberstudiendirektor Christoph Strödecke berichtet, dass die Meldung vom Ministerium rechtzeitig kam, bevor dem Gymnasium Geretsried Kosten durch Stornierungen entstehen konnten und betont, wie hilfreich die Entscheidung sei: „Die Regelung schafft Eindeutigkeit.“

Zuvor gab es viele Unsicherheiten bei der Planung einer Klassenfahrt - wird das Reiseziel zum Risikogebiet, drohe Quarantäne, oder wie können Reisen mit Schülern verschiedenster Impf- oder Genesenen-Status geplant werden. Nun wird in Geretsried zunächst auf Tagesausflüge gesetzt, um den Schülern einen adäquaten Ersatz zu bieten.

Gabriel-von-Seidl-Gymnasium in Bad Tölz

Am Gabriel-von-Seidl-Gymnasium in Bad Tölz musste ein Skilager der siebten Jahrgangsstufe abgesagt werden – „zum Glück, ohne Gebühren für die Stornierung“, berichtet Oberstudiendirektor Alexander Göbel. Derzeit plane man „an einem viertägigen „Skilager-Dahoam-und-ohne-Lager-Konzept“ als Alternative“, sagt Göbel. Alle anderen Fahrten und Ausflüge des Tölzer Gymnasium, wie die Naturerlebnistage oder die Berlinfahrt der zehnten Jahrgangsstufe, sollen nach den Osterferien stattfinden.

Einzelfahrten mit einem Mix aus Kultur und Geselligkeit

Rektor der Tölzer Realschule Klaus Förster

Abgesagt wurde auch ein Ausflug der Tölzer Realschule nach Regensburg. Schulleiter Klaus Förster plant mit den Klassenleitern als Ersatz „Einzelfahrten mit einem Mix aus Kultur und Geselligkeit“. Neben einer Sportwoche soll es für einige Klassen als Teambildung in einen „Escape Room“ an den Chiemsee gehen.

Nachdem aus Sicht des Ministerium eintägige Schülerfahrten und Exkursionen unter Beachtung der gültigen Regelungen weiter stattfinden können, haben sich die Verantwortlichen der Erzbischöflichen St.-Ursula Mädchenrealschule Lenggries besondere Aktionstage einfallen lassen.

So konnten etwa die Fünftklässler bei den Kennenlerntagen sich nicht nur gegenseitig „beschnuppern“, sondern auch herausfinden, „was an der neuen Schule los ist, oder wo kann ich hin, wenn ich eine Frage habe“, erklärt Schuldirektorin Stefanie Scheja. „Mit viel Inspiration und Kreativität ist viel Positives entstanden“, sagt Scheja. So seien schöne Projekte entstanden, die sich im Rahmen der Regelungen durchführen lassen.

Rainer-Maria-Rilke Gymnasium in Icking

Große Pläne hat auch das Rainer-Maria-Rilke Gymnasium in Icking. Nach dem abgesagten Skilager der sechsten und siebten Klassen, einer Fahrt nach Rom der neunten Jahrgangsstufe und Studienfahrten der elften Klassen, bemühe man sich nun Fahrten im Sommer zu organisieren, „um auf diesem Weg unseren Schülerinnen und Schülern ein gemeinschaftliches Erlebnis außerhalb der Schule zu ermöglichen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass uns dies auch gelingt “, zeigt sich Oberstudiendirektor Stefan Nirschl optimistisch. Der Austausch mit der ungarischen Partnerschule soll im Mai stattfinden; Studienfahrten werden hingegen auf das kommende Schuljahr verschoben.

Mittelschule in Wolfratshausen

An der Mittelschule in Wolfratshausen ist man mit den Planungen noch vorsichtig. „Wenn es die Lage erlaubt, werden wir unser Schulleben mit Tagesausflügen und Exkursionen wieder bereichern“, sagt Rektor Frank Schwesig. Aufgrund von vielen Erkrankungen im Winter gab es einen massiven Personalmangel, der auch nicht durch mobile Reserven ausgeglichen werden konnte.

Aktuell sei die Lage aber entspannt. Im Winter komme es regelmäßig zu jahreszeitbedingten Ausfällen aufgrund von Infekten, erklärt Scheja, „nun kommt aber noch Corona obendrauf“. Bis die Lage entspannter sei und wieder mehr unternommen werden kann, „holen wir uns Projekte ins Haus“, zeigt sich die Schulleiterin optimistisch.

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