„BKS kontaminiert das Gras“

Kritisch äußern sich Molkereien auf eine mögliche Umstellung der Trocknung von Grünfutter auf Braunkohlestaub. Foto: Fastner

Werner Kafka gibt nicht auf. Der Sprecher der Bürgerinitiative Feldkirchen und Umgebung (BIF) verweist nun im Zuge des Vorhabens der Trocknungsgenossenschaft Wolfratshausen-Ost Grünfutter in Zukunft mit Braunkohlestaub anstelle von Gas zu trocknen auf die Kritik mehrerer Molkereien und Käsereien. Zwar seien laut Kafka die Bemühungen der BIF nicht „durchgehend erfolgreich“, aber er und seine Mitstreiter sehen sich in ihrer Arbeit bestätigt.

Die BIF gab bei der Firma Analytic-Service Gesellschaft mbH (ASG) ein neues Gutachten in Auftrag. ASG hat dafür Proben von Graspellets verglichen, die mit Braunkohlestaub (BKS) oder Flüssiggas getrocknet werden. Der Bericht zeige laut Kafka deutliche Unterschiede bei Arsen, Chrom, Kupfer, Mangan und Zinn sowie beim Glührückstand. „Der höhere Anteil muss vom Braunkohlestaub kommen“, ist sich Kafka sicher. Weiter legt er Stellungnahmen von Molkereien vor, deren Tenor weitestgehend ablehnend ist. „Die Umstellung der Befeuerung von Flüssiggas auf Braunkohlestaub lehnen wir vehement ab“, heißt es seitens der Andechser Molkerei Scheitz. Dadurch entstünden Abgase, die „samt der enthaltenen Schadstoffe das Gras unmittelbar belasten“. Das kontaminierte Gras – das als Futtermittel für Kühe verwendet wird – gelange mit allen Schadstoffen wie etwa Schwefel oder Schwermetallen über die Milch in die Nahrungskette. „Mit negativen Auswirkungen für die Verbraucher.“ Sonach will sich die Andechser Molkerei „mit allen Mitteln dafür einsetzen, dass die Umstellung der Befeuerung verhindert wird“. „Sehr kritisch“ sieht auch die Naturkäserei „Tegernseer Land“ die Pläne der Trocknungsgenossenschaft Wolfratshausen-Ost, so der Geschäftsführende Vorstand Hans Leo. Drei Lieferbetriebe der Naturkäserei seien dort Kunden. Bei diesen Landwirten seien in der Vergangenheit Proben des Futtermittels gemacht worden. Und das werde weiter der Fall sein. „Sollten die Grenzwerte bei Schadstoffen überschritten werden, werden die Landwirte von uns gesperrt“, betont Leo. Auch die Biokäserei Anderlbauer (Frasdorf) lehnt die Umstellung auf BKS-Trocknung „aufs Schärfste“ ab, heißt es in einem Schreiben an Alt-Landrat Manfred Nagler, der die BIF unterstützt. Die entstehenden Schadstoffe „gelangen auf alle Fälle ins Grünfutter und damit in die von uns zu verarbeitende Milch“. Inhaber Johann Huber will daher seine Milchlieferanten anweisen, „auf derartig getrocknetes Futter zu verzichten“.

Auch interessant

Kommentare