Blutige Schlägerei im Suff

40-Jähriger wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt

PantherMedia B147828445
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Richter Helmut Berger sah den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung als erwiesen an, beließ es jedoch bei einer siebenmonatigen Freiheitsstrafe, die er zur Bewährung aussetzte.

Wolfratshausen – Über drei Promille Alkohol hatte ein 40-jähriger Wolfratshauser im Blut, als er auf einen 64-jährigen Nachbarn losging. Da auch das Opfer betrunken war, gestaltete sich die Aufarbeitung des bereits acht Monate zurückliegenden Vorfalls während der Verhandlung am Amtsgericht mühsam.

„Ich habe an diesem Tag ungefähr 20 Bier und eine halbe Flasche Rum getrunken“, sagte der Angeklagte. Gegen 21 Uhr soll er seinen 64-jährigen Nachbarn so stark gewürgt haben, dass die Ehefrau des Angeklagten den Sohn des Opfers alarmierte. „Es sah aus wie im Schlachthaus“, sagte der 24-Jährige aus: ein umgeworfener Tisch, viele leere Flaschen und zwei blutverschmierte Kontrahenten. Um seinem Vater zu helfen, schlug er mit einem Brecheisen auf den stämmigen Angeklagten ein. Deshalb wurde auch gegen den Sohn ein Strafverfahren eingeleitet. Die Verhandlung findet voraussichtlich im Herbst statt.

Wenig zur Aufklärung des Vorfalls konnte der 64-Jährige Vater beitragen, der sogar leicht angetrunken zur Verhandlung erschien. „Ich würde gerne selbst wissen, was da passiert ist, kann mich aber an nichts erinnern“, erklärte er. Ebenso wie sein Nachbar, der sich eine stark blutende Platzwunde am Kopf zugezogen hatte, wurde er von einem Krankenwagen in die Notaufnahme der Kreisklinik gebracht. Dort stellten die Ärzte Einblutungen in seinen Augen fest. Eine an der Verhandlung teilnehmende Gutachterin wertete dies als Indiz, dass der Mann tatsächlich gewürgt worden ist. Beide Männer konnte die Klinik nach kurzer Behandlung noch in derselben Nacht verlassen. „Ich trinke mittlerweile keinen Tropfen Alkohol mehr“, sagte der Angeklagte. Da er einschlägig vorbestraft war und erst vor drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen wurde, drohte ihm nun eine Haftstrafe. Richter Helmut Berger sah den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung zwar als erwiesen an, beließ es jedoch bei einer siebenmonatigen Freiheitsstrafe, die er zur Bewährung aussetzte. Als Auflage muss der Mann 120 Stunden Sozialdienst leisten und mit der Caritas drei Gespräche zur Erstellung eines Behandlungs- oder Therapieplans führen. ph 

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