Amüsante Gerichtsfälle

Brauchtumsgruppe Gelting feiert gelungene Theaterpremiere

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In „Fair Play“ hat es Richter Helmut Bergmoser (Konrad Mayr, 2. v. l.) mit Fußballspielern, Fans und einem verletzten Schiri zu tun.

Gelting – Über einen jeweils vollbesetzten Saal durften sich die zehn Schauspieler der Brauchtumsgruppe Gelting am ersten von vier Aufführungswochenenden freuen. Die drei abgeschlossenen Geschichten, die Autorin und Regisseurin Monika Starke unter dem Obertitel „Hohes Gericht“ zusammenfasste, strapazierten die Lachmuskeln der Besucher im Kindergartensaal an der Leitenstraße.

Zwischen den Darbietungen der Gartenberger Bunkerblasmusik und der Schauspieler wurde das Publikum von den rührigen Helfern der Brauchtumsgruppe auch kulinarisch versorgt. Viele Gäste kamen schon eine halbe Stunde vor Spielbeginn, um sich nach dem obligatorischen Begrüßungsschnaps-Stamperl auch eine bayerische Brotzeit und Bier zu gönnen. Dies war zweifellos die beste Vorbereitung für die erste von drei Geschichten. Denn in „Fair Play“ betreten zunächst sichtlich angetrunkene und grölende Fußballfans die Bühne. Danach hat sich Richter Helmut Bergmoser (Konrad Mayr) mit dem Spieler Xaver Ferstl (Tobias Holzer) und dem stark hinkenden Schiedsrichter Jakob Pfeiffer (Kurt Becker) auseinanderzusetzen. Ob der bullige Kicker dem Unparteiischen wirklich ein blaues Auge verpasst hat, sei an dieser Stelle ebenso wenig verraten, wie das Ende der Episode „Landluft“. Darin fällt vor allem der authentische Berliner Dialekt von Atze Kanopke (Jörg Zietzke) auf, der im Streitgespräch mit dem bayerischen Landwirt Franz Duftinger (Franz Wirtensohn) umso witziger wirkt. Letzterer soll aus seinem fahrenden Traktor Gülle abgelassen haben, die sich auf das Cabrio-Fahrzeug des Stadtbewohners ergoss. Die romantische Ausflugsfahrt mit seiner jungen naiven Freundin Tschaki (Carina Sappl) fand damit ein stinkendes Ende. Frivol ging es dann in der abschließenden Geschichte „Sexuelle Belästigung“ zu. Die Namenswahl der Charaktere Max Renninger (Christoph Karner) und Rosalie von Bumshausen (Christa Rösch) mag zunächst zwar etwas plump wirken. Dafür entschädigen die Wortgefechte mit Richter Bergmoser und seiner leicht überforderten Protokollführerin Luise Wimmer (Liesl Schnelle). Noch lustiger wird es, wenn nicht geplante Pannen passieren. So fiel am Sonntag einmal das Kruzifix von der Wand, an der auch Bilder des Geretsrieder Bürgermeisters Michael Müller, des Geltinger Stadtrats Franz Wirtensohn und des verstorbenen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß hingen. Die Schauspieler benötigten danach über eine Minute, um ihr Lachen zu beenden und sich wieder auf ihren Text zu konzentrieren. Die Zuschauer, die das Stück noch nicht gesehen haben, dürfen gespannt auf eine der nächsten Aufführungen sein. Wer Perfektion erwartet, sollte ohnehin andere Theaterbühnen besuchen. Für einen kurzweiligen amüsanten Abend kann aber garantiert werden.Peter Herrmann

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Weitere Vorstellungen finden am 16., 17., 22., 23., 24., 29. und 30. März statt. Beginn: Freitag, jeweils 20 Uhr; Samstag, jeweils 19 Uhr; Sonntag, jeweils 19 Uhr. Karten zum Preis von 10 Euro sind täglich ab 15 Uhr bei Paul Wenus unter Tel: 08171/78632 oder an der Abendkasse erhältlich.

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