Ministerpräsident Markus Söder fordert Verschiebung

Die Skisaison „eine Herausforderung“: Alpen-Plus-Partner bangen um alpinen Saisonstart

Skifahrer am Brauneck mit der Bergbahn
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Blick ins Ungewisse: Wann die diesjährige Skisaison wie hier am Brauneck bei Lenggries startet, ist noch offen.

Landkreis - Ministerpräsident Markus Söder fordert die Skisaison über die Weihnachtsfeiertage auszusetzen. Für die hiesigen Alpen-Plus-Skigebiete wie das Brauneck „wäre es eine Katastrophe“.

Anfang Oktober blickten die Alpen-Plus-Partner der Skiregionen Brauneck, Wallberg, Spitzingsee und Sudelfeld noch zuversichtlich auf die diesjährige Wintersaison. „Aus aktueller Sicht steht dem Skibetrieb nichts im Wege“, verkündete Peter Lorenz noch beim Pressetermin. Der Alpen-Plus-Sprecher konnte damals nicht ahnen, dass ihm der bayerische Ministerpräsident einen Strich durch die Skirechnung machen könnte. Denn Markus Söder ist sehr besorgt über die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie: „Die hohen Todeszahlen belegen: Wir müssen den Lockdown verlängern und verschärfen“, betonte er bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch. „Die Infektionszahlen müssen wieder deutlich nach unten gehen.“

Als eine Maßnahme sieht der Ministerpräsident den alpinen Tourismus über die Weihnachtsferien erst einmal auszusetzen. Zu sehr scheut Söder die knapp zehn Monate zurückliegenden Ereignisse im österreichischen Ischgl. Bekanntermaßen ein Corona-Hotspot, „von dort aus ist nach den Faschingsferien auch eine starke Infektionswelle zu uns gekommen“.

Für Söder ist Skifahren „derzeit eine Herausforderung“, die einer einheitlichen EU-Regelung benötige. Zu groß ist für ihn die Gefahr in Skiliften und Berghütten für einen sogenannten Superspreader-Effekt; also eine infizierte Person, die besonders viele andere ansteckt. Söder appelliert: „Erst ab dem 10. Januar starten. Dann wären wir gut über die Weihnachtsferien gekommen“.

Doch genau das ist die Hauptsaison und -Geschäft der Skiregionen. Und somit ist Söders Anliegen „eine bittere Pille“ für die regionalen Lift- und Berghüttenbetreiber, wie Antonia Asenstorfer auf Nachfrage berichtet. „Das Weihnachtsgeschäft ist wichtig für uns“, so die Alpen-Plus-Pressesprecherin weiter.

Peter Lorenz ist der Geschäftsführer der Brauneck Bergbahn.

Lorenz schildert es drastischer: „Es wäre eine Katastrophe“, sagt der Geschäftsführer der Brauneck-Bergbahn. „Wir haben uns viel Mühe gegeben, dass alles sicher ablaufen kann“, betont er mit Blick auf die anstehende Skisaison weiter. Bei anhaltender Kälte könnten ab sofort die Schneemaschinen angeworfen werden, um die Pisten am Brauneck und Sudelfeld künstlich zu beschneien.

Unter dem Motto „Sicher-Skifahrn-Dahoam“ erarbeiteten die Alpen-Plus-Partner ein Hygienekonzept, dass seit dem Sommer auf dem Berg umgesetzt wurde. Darin die allgemein gültigen Hygieneregeln wie Abstandhalten und das Tragen des Mund- und Nasenschutzes in Lift und Gondel. So nutzten im Sommer an guten Tagen täglich etwa 1.000 Personen die Brauneck-Bergbahn.

Diese Maßnahmen haben sich bewährt, betont Lorenz, der Söders Sorge so nicht teilt. „Im Winter verteilt sich alles auf mehrere Skilifte und der Piste.“ Zum Schutz sollen die Bereiche vor den Sesselliften per abgesteckter Zäune vergrößert werden. Damit solle die Traubenbildung vor den Drehkreuzen vermieden werden, ergänzt Asenstorfer. Maskenpflicht im Lift und bereits beim Anstehen seien ohnehin obligatorisch.

Warten heißt es nun auch bei den Alpen-Plus-Partnern: „Wir stehen in den Startlöchern“, sagt Asenstorfer. Entscheidend wird nun ein möglicher Regierungsbeschluss und sowieso die Witterung sein. Daniel Wegscheider

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