Kritik teils angekommen

BRB bessert an Lint-Zügen nach – Behindertenbeauftragter nicht zufrieden

Die neue Flotte der Bayerischen Regiobahn ist seit Sommer im Netz Oberland unterwegs.
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Die neue Flotte der Bayerischen Regiobahn ist seit Sommer im Netz Oberland unterwegs.

Landkreis – Wegen der neuen Zugmodelle der Bayerischen Regio­bahn (BRB) hat es heftige Kritik gegeben. Zu laut und keine richtige Barrierefreiheit, hieß es.

Nun hat das Unternehmen an den Lint54-Modellen nachgebessert und Fahrgäste zu deren Zufriedenheit befragt. Mitte Oktober hat die BRB auf allen Streckenästen im Netz Oberland Fahrgäste befragt, wie zufrieden sie mit den Lint-Fahrzeugen sind. Abgefragt wurden Komfort, Service und Lautstärke sowie der Gesamteindruck. 721 Fahrgäste beteiligten sich an der Umfrage. Ergebnis: 95 Prozent finden die Lint-Neufahrzeuge besser als die Integral-Flotte.

Ralph Seifert ist allerdings mit den neuen Zug-Modellen nicht zufrieden. Der Landkreisbeauftragte für Menschen mit Behinderung nahm am Dienstag bei einer Videokonferenz von CSU-Landtagspräsidentin Ilse Aigner teil, die am virtuellen Runden Tisch BRB-Betreiber und Kritiker versammelte. Beim ersten Treffen Ende September in Holzkirchen stand etwa der Spalt zwischen Bahnsteig und Zug im Raum. Rollstuhlfahrer mussten das Zugpersonal bitten, eine Rampe anzulegen. „Züge sollen per Gesetz aber selbstbestimmt und barrierefrei sein“, betonte Seifert bereits beim ersten Runden Tisch. Dies nahm sich BRB-Geschäftsführer Fabian Amini zu Herzen: „Die neue Rampe bekommt eine eigene Halterung seitlich des Windfangs am barrierefreien Zustieg und kann selbständig ohne Hilfe des Fahrpersonals entnommen und angelegt werden.“ Die Ausstattung der gesamten Flotte sei für Ende 2020 vorgesehen.

Seifert sieht den guten Willen, aber das Grundproblem bleibe trotzdem bestehen, sagt er. Da der Rollstuhlfahrer nicht von selbst ohne fremde Hilfe in den Zug einsteigen könne. „Es braucht jemanden, der die Rampe hinlegt.“

Ebenfalls für Unmut sorgen bei Bahngleisanwohnern die Geräuschemissionen der neuen Züge. In puncto Bremsenquietschen habe der Erfahrungsaustausch mit anderen Verkehrsunternehmen bestätigt, es nehme ab, je besser die Züge eingefahren seien, betont die BRB im aktuellen Positionspapier. Und weiter: Wegen des Kurvenquietschens wurden die Spurkranzschmieranlagen an allen Fahrzeugen überprüft und deren einwandfreie Funktionalität bestätigt. Weitere Optimierungen werden laut BRB schrittweise und fahrzeugindividuell stattfinden. dwe

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