Brunner verteidigt Hütz

Weiterhin im Kreuzfeuer der Kritik bei den Bauern: Landwirtschaftsdirektor Johannes Hütz.

Wenn Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner am Dienstag, 22. März, zur Großkundgebung des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BdM) in das Festzelt am Kloster Reutberg bei Sachsenkam kommt, geht es mit Sicherheit nicht nur um Milchquoten und Mengenregelungen.

Der CSU-Politiker wird sich diesmal mit kritischen Äußerungen von Bauern und Verbrauchern wegen der nicht eindeutigen Politik der Bayerischen Staatsregierung zum Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel und Saaten konfrontiert sehen. Anlass hierfür sind die umstrittenen Äußerungen von Landwirtschaftsdirektor Johannes Hütz, dem Leiter des Amtes für Landwirtschaft Miesbach, zu dem auch der Landkreis Bad Tölz gehört. Wie berichtet, hatte Hütz Anfang des Jahres Briefe an alle Bürgermeister und Landräte verschickt mit der Aufforderung, keine Beschlüsse gegen die Verwendung von genveränderten Lebensmitteln zu fassen, da dies gesetzeswidrig sei. Außerdem hatte er behauptet, dass so ein Beschluss gegen 80 Prozent aller Bauern gerichtet sei, die nach konventionellen Methoden wirtschafteten. Das hatte einen Aufruhr bei Bauern und Verbrauchern hervorgerufen. Tatsache ist, dass im Oberland wahrscheinlich kein einziger Bauer solche umstrittenen Mittel einsetzt und dies auch schon gar nicht darf, da die Milchwerke Piding („Berchtesgadener Land“) nur Milch von gentechnikfrei wirtschafteten Betrieben abnimmt. „Der Hütz stellt sich gegen seine eigenen Bauern“, empörten sich seitdem die Landwirte. Der BdM hatte in Zusammenarbeit mit Imkern, Jägern und den Gartenbauvereinen eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Hütz in die Wege geleitet, die Kreisgruppe „Zivilcourage“ und die „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) schickten Protestnoten an Brunner. Nur der eng mit dem Chemie-Konzern Monsanto verknüpfte Bauernverband (BBV) hielt sich bisher dezent zurück und erklärte nur, gegen die Gentechnik zu sein. Über die Aufsichtsbeschwerde ist noch nicht entschieden, weshalb Hütz vorerst gegenüber dem Gelben Blatt auch keine Stellungnahme abgeben will. Die AbL hat ein Antwortschreiben erhalten, dass Vorsitzenden Walther Mauk nicht zufrieden stellt. Hütz sei zwar in das Ministerium einbestellt worden, berichtete Brunner in seinem Schreiben. Er habe sich mit seiner Mitteilung an die Bürgermeister aber korrekt verhalten und sich höchsten etwas unglücklich ausgedrückt. Brunner sehe sich zu keinen weiteren Schritten veranlasst. Ganz so einfach wird das nicht sein, denn Mauk will den Minister in Reutberg mit einer Reihe von Fragen konfrontieren, über deren Inhalt er jetzt noch nichts sagen will. Dass der Vorstoß von Hütz bei den Kommunalpolitikern auf wenig Resonanz gestoßen ist, zeigt, dass inzwischen weitere Gemeinden sich als „gentechnikfrei“ erklärt haben. Bad Tölz will demnächst folgen.

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