Stadt(ver)führung

Bürgerbeteiligungsprozess nimmt Fahrt auf

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Bürgermeister Klaus Heilinglechner (r.) führte eine von drei Rundgang-Gruppen an.

Wolfratshausen – Mit einem in drei Gruppen aufgeteilten Stadtrundgang ging der umfangreiche Bürgerbeteiligungsprozess der Stadt in die zweite Runde. Rund 60 Bürger nahmen an der dreistündigen Veranstaltung teil und brachten jede Menge Anregungen vor.

Stephanie Pettrich und Torsten Zink vom Büro „Identität und Image Coaching AG“ forderten die Teilnehmer zunächst auf, Stift und Block zur Hand zu nehmen. Beim Rundgang durch die Altstadt notierten die Bürger Schwachstellen und formulierten Wünsche, die beim abschließenden Treffen im Landhaus-Café erörtert wurden. Im Fokus standen der Bereich von der Littig-Villa bis zum Schwankl-Eck, der Marienplatz, der Rathaus-Innenhof und der Untermarkt mit dem Birnmühlplatz.

Dietlind Diepen vom Verein Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) sah vor allem an der Engstelle am Birnmühlplatz Handlungsbedarf. Sie schlug vor, die Straße bereits weiter oben an der Musikschule mit Bäumen und zusätzlichen Parkplätzen optisch einzuengen. So könnten die Autofahrer zu vorsichtigem Fahren erzogen werden. „Der Platz ließe sich dann auch mit seiner Außengastronomie besser erlebbar machen“, glaubt Diepen.

Die Grünen-Stadträte Rudi Seibt und Dr. Hans Schmidt regten an, den Platz-Charakter durch höhengleiche Gestaltung von Fußweg und Straße zu betonen. Noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten bietet der Marienplatz. Einige Bürger wünschten sich, den Marienbrunnen nach hinten zu versetzen, um mehr Raum für Veranstaltungen zu gewinnen. Kontrovers wurde die Gestaltung des Rathaus-Innenhofes diskutiert. So befürworteten einige Teilnehmer, dass man ihn durch einen Abbau der Wand zur Straße hin öffnen sollte. Andere empfanden gerade diese Abgeschlossenheit reizvoll. Diepen schlug vor, die im Bauhof lagernden Türen wieder einzuhängen. Andere wünschten sich, dass dort Bänke für Spaziergänger und Spielmöglichkeiten für Kinder installiert werden. Bei der abschließenden Besprechung im Landhaus-Café plädierte eine Teilnehmerin dafür, alle Parkplätze in der Marktstraße aufzulösen, um mehr Platz für Fußgänger zu schaffen.

Die Vorsitzende des Werbekreis Wolfratshausen Ingrid Schnaller kritisierte die ihrer Ansicht nach unpassenden Kandelaber-Leuchtkörper in der Altstadt. Nachbesserungsbedarf bestehe auch am Schwankl-Eck. Viele Rundgangteilnehmer bemängelten die dortige Möblierung und den viel zu lauten Kreuzungsverkehr.

Am Ende zeigte sich Bürgermeister Klaus Heilinglechner zufrieden mit den Ergebnissen der Stadt(ver)führung: „Für mich war’s hochinteressant, auch wenn ich mir ein paar Mal auf die Zunge beißen musste“, gestand der Rathauschef.

Der Bürgerbeteiligungsprozess wird nun im kommenden Jahr fortgesetzt. So werden am Samstag, 26. Januar, zwischen 10 bis 16 Uhr die bereits gesammelten Ideen im Rahmen eines Kreativtags in der Loisachhalle auf Machbarkeit überprüft und planerisch aufbereitet. Das gesamte Maßnahmenpaket, das zur Attraktivitätssteigerung der Altstadt beitragen soll, wird dann voraussichtlich im März 2019 in einer öffentlichen Abschlussveranstaltung präsentiert. Abschließend werden die Ideen den Stadträten im April zur Beschlussfassung vorgelegt.Peter Herrmann

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