5G-Debatte spaltet Königsdorf

Bürgermeister Anton Demmel (CSU) verärgert über Mail-Shitstorm

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5G spaltet die Bürger von Königsdorf: die Gemeinde will nun Fakten zum Mobilfunkmasten sammeln und dann weiter entscheiden. 

Königsdorf – „Kein 5G in Königsdorf“ schrie es wochenlang Autofahrern, ob von Bad Heilbrunn, Geretsried oder Bad Tölz kommend, auf Schildern entgegen. Jetzt sind sie weg, der Ärger bleibt dennoch.

„Ganz gewiss werden bis Weihnachten in Königsdorf keine 15 Mobilfunkmasten aufgestellt“, machte Anton Demmel in der letzten Gemeinderatssitzung seinem Ärger Luft. Er habe in letzter Zeit viele E-Mails vor allem von Gegnern des neuen Mobilfunkstandards erhalten, „und darunter waren einige, deren Inhalt und Form unter die Gürtellinie gingen“, so der CSU-Bürgermeister. Sogar mit Rücktrittsforderungen 5G wegen sei er konfrontiert worden. „Ich verstehe, dass 5G die Gesellschaft spaltet“, so Demmel. Für die einen sei Deutschland das Land hinterm Mond, was den Ausbau des Mobilfunknetzes angehe, andere hätten Ängste um ihre Gesundheit. Schließlich sei die höhere Strahlungsbelastung nicht wegzudiskutieren. „Es geht aber nicht an, dass ich mich mit solchen E-Mails herumschlagen muss“, raunzte der Rathaus­chef. Marlies Woisetschläger von der Unabhängigen Bürgerliste Königsdorf schlug eine Infoveranstaltung, wie es sie in anderen Gemeinden gebe, vor, eine Idee, der Demmel sogleich widersprach. „Es gibt viele Dinge, die die Leute nicht wissen“, so Demmel, und viele Möglichkeiten, sich zu informieren. Er verwies auf eine Fortbildungsveranstaltung der IHK, an der nicht nur Gemeinderäte, sondern jeder andere Bürger auch teilnehmen könnten. „Außerdem scheint der engagiertere Teil der gegnerische Teil der Bevölkerung zu sein“, was man unschwer anhand der Banner sehen könne. 

Von einer Informationsveranstaltung in Königsdorf für beide Seiten halte Demmel schon deswegen nichts. Auch sei er von niemandem aufgefordert worden, weder von einem Mobilfunkanbieter noch von sonst irgend einer Institution, mögliche Standorte für Mobilfunkmasten zu benennen, dementierte er. „An diesem Gerücht ist schlichtweg nichts dran.“ Freilich könnte man sich in Zukunft nicht aus der ganzen Diskussion heraushalten, „aber das kleine Königsdorf ist ganz gewiss nicht der erste Platz, an dem das Mobilfunknetz ausgebaut wird.“ Demmel mahnte noch einmal daran, zunächst Fakten zu sammeln, bevor man mit dem Dampfhammer irgendwo draufhaue. Sandra Gerbich

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